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NEU! Unser Wasser - unsere Verantwortung
Eine Veranstaltungsreihe für Seniorinnen und Senioren vom Wasserforum Bremen
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe bietet die Aktionskonferenz Nordsee am 10. Juli 2008 eine Exkursion ins Wattenmeer mit Besuch des Nationalpark Zentrums Dorum-Neufeld an.
Das gesamte Programm finden Sie hier
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Presseinformation vom 01.04.2008 |
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"Munitions-Unfälle nicht allein Weltkriegs-Altlast"
AKN-Zeitschrift WATERKANT legt erschütternde Statistik
nun auch für den Nordsee-Bereich vor
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"Seit Jahrzehnten erzählen uns die Behörden, Unfälle mit Munition an und auf den Meeren seien ausschließlich eine Altlast vergangener Weltkriege. Das ist falsch", sagt der Koblenzer Meeresbiologe Dr. Stefan Nehring: "Richtig ist vielmehr, dass auch aus versenkter Bundeswehr-, NVA-, Sowjet- oder NATO-Munition neue Gefahren erwachsen, die bereits erste Opfer gefordert haben." - Ende 2007 war in der Zeitschrift WATERKANT der erste Teil von Nehrings umfassender Bilanz über Unfälle mit Munitionsaltlasten für den Bereich Ostsee erschienen, jetzt hat das Blatt auch den vielfach erwarteten zweiten Teil für den Nordsee-Bereich veröffentlicht.
Danach sind zwischen Emden und Sylt seit 1945 mindestens 115 Menschen bei Munitionsunfällen getötet worden, mindestens 35 wurden teilweise schwer verletzt.
Wie die Redaktion der Zeitschrift, die von der in Bremen ansässigen Aktionskonferenz Nordsee (AKN) herausgegeben wird, weiter mitteilt, stellt Nehring in seiner Untersuchung fest, im Unterschied zur Ostsee seien in der Nordsee "deutlich größere Mengen konventioneller Munition entsorgt worden"; Schwerpunkt sei die niedersächsische Küste, hier lägen "bis heute innerhalb der 12-Seemeilen-Zone noch mindestens 300.000 Tonnen Munition". Für Schleswig-Holstein, so die WATERKANT, gehe Nehring von mindestens 100.000 Tonnen aus, genaue Untersuchungen lägen aber bis heute nicht vor.
Im Vergleich zur Ostseeküste, wo der letzte Todesfall aus dem Jahr 1957 datiert, sei an der Nordsee der bislang letzte tödliche Unfall 1985 dokumentiert, schreibt der Meeresbiologe: Ein Sprenggreifer, der von den NATO-Staaten seit Ende 1981 in der Minenräumung verwendet wird, sei aufgefischt worden und an Deck explodiert. Allein für 1984 und 1985 seien mindestens 36 solcher hochbrisanten Sprengkörper von der Bundesmarine auf nicht genau bekannten Positionen in Nord- und Ostsee verloren gegangen. Ein aktuelles Merkblatt der See-Berufsgenossenschaft für die Fischerei warne ausdrücklich vor den Gefahren durch neue Munitionstypen.
Seit Ende des Zweiten Weltkrieges seien mindestens 581 Opfer, davon 283 Todesfälle, durch Munition an der deutschen Nord- und Ostsee zu beklagen, lautet die Gesamtbilanz der Untersuchung. Darüber hinaus sei eine beträchtliche Dunkelziffer anzunehmen, weil etliche Unfälle nicht ausreichend dokumentiert würden, beispielsweise munitionsbedingte Verletzungen von Sporttauchern oder Phosphorunfälle in der Fischerei. "Bis heute haben die Behörden keine Konzepte für den Umgang mit diesem Problem", kritisiert Nehring, "ja, vielfach werden Gefahren verschwiegen oder geleugnet." So habe etwa Niedersachsen vor Jahren durchgesetzt, dass mehrere "geringer" belastete Flächen aus den amtlichen Seekarten gelöscht wurden. Der Forscher warnt in der WATERKANT nachdrücklich, die Kopf-in-den-Sand-Attitüde der Verwaltungen könne sich zu einem erheblichen Problem im Tourismus entwickeln.
Nehring und die Aktionskonferenz Nordsee (AKN) fordern gerade im Hinblick auf die bevorstehende Sommerurlaubssaison eine sofortige und umfassende öffentliche Meldepflicht für alle Kampfmittel-Funde und -Unfälle sowie für Munitions-Verluste, ferner die Eintragung aller potenziell kampfmittel-belasteten Flächen in die amtlichen Seekarten.
"Außerdem ist zum Schutz von Touristen ein schnelles und umfassendes Verbot des Bernstein-Sammelns für alle bekannten Phosphor-Problemgebiete anzuordnen und nachdrücklich umzusetzen", so Nehring abschließend: "Das gilt unter anderem für Usedom, Laboe und Tossens."
Hinweise für die Redaktionen:
Der vollständige Artikel steht ab sofort im Internet
unter http://www.waterkant.info bzw. http://www.aet-umweltplanung.de,
für Rückfragen wenden Sie sich bitte an
Nadja Ziebarth, Aktionskonferenz Nordsee e.V.,
Telefon 0 421 - 7 76 75,
E-Mail: Nadja.Ziebarth@aknev.org
oder an den Artikel-Autor Dr. Stefan Nehring,
Telefon 0 261 - 133 03 98,
E-Mail: nehring@aet-umweltplanung.de
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Presseinformation vom 28.03.2008 |
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Renaissance der Atomenergie stoppen!
England und Frankreich beschließen Kooperationsabkommen für neue Atomtechnik
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Die Regierungschefs von England und Frankreich haben gestern ein großes Kooperationsabkommen zur Entwicklung einer neuen Generation von Atomkraftwerken angekündigt. Die entsprechende Technologie soll auch anderen Ländern verkauft werden.
Der britische Minister Hutton pries dies Vorhaben in einer enthusiastischen Rede und England als auf diesem Sektor führendes Land der Erde.
Wulf Bernotat, Vorstand der deutschen E.ON beeilte sich, sein Einverständnis mit den französisch/britischen Plänen zu bekunden, da auch Deutschland neue Reaktoren brauche.
Gleichzeitig kommen aus England immer neue Horrormeldungen zum leichtfertigen und skandalösen Umgang mit radioaktiven Stoffen in britischen Atomanlagen.
Nur zwei Beispiele:
Seit Jahren werden vor der schottischen Ostküste am Meeresgrund, aber auch an belebten Touristenstränden sogenannte "Hot Spots" gefunden, radioaktive Partikel oder Gegenstände. Diese stammen dort zumeist aus der Atomanlage Dounreay, die nach neuesten Meldungen jetzt bis 2024 abgewrackt werden soll. Dounreay hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder für unglaubliche Skandale und einen leichtfertigen Umgang mit radioaktiven Stoffen gesorgt. Der Meeresboden vor Schottland soll jetzt - Jahrzehnte nach dem Auftreten der ersten Hot Spots - mit dem Aufwand von -zig Millionen britischer Pfund und einem Roboter nach verseuchten Stellen abgesucht werden.
Auch die Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield an der Irischen See sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Die Teilanlage Thorp, in der sich kurz nach Inbetriebnahme ein großer Unfall mit radioaktivem Wasser ereignete, soll dieser Tage nach drei Jahren wieder in Betrieb gehen. Vor kurzem erst ereignete sich in Sellafield eine neue Leckage mit flüssigem radioaktivem Abfall, der ansonsten kontrolliert in die Irische See abgegeben wird.
Die jahrzehntelang andauernde Kette von "Vorfällen" zeigt ebenso wie die in Krümmel und Brunsbüttel, dass Atomtechnik - wie andere Techniken auch - nie vollständig beherrschbar sein können.
Wer sich darum für eine Renaissance der Atomenergie stark macht, handelt gewissenlos!
Kontakt: Peter Willers, Tel 0421 242688, email: peterw@volanet.de
Detaillierte Informationen:
NENIG, Shetland: briefing@n-base.org.uk
http://www.n-base.org.uk
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Dokumentation der AKN Konferenz
Schiffsemissionen an der norddeutschen Küste
12. Februar 2008, Hamburg
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Anlass war die Vorstellung der Ergebnisse aus dem Gutachten "Emissionen der Seeverkehrswirtschaft an der Norddeutschen Küste" erstellt von der GAUSS mbH.
Die Belastungen durch Luftschadstoffe aus den Schiffsabgasen verursachen zunehmend Gesundheits- und Umweltprobleme sowie Gemeinschaftskosten, die vor allem in Hafenstädten einen besonderen Handlungsbedarf hervorrufen.
Die Probleme sind bekannt und sowohl auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene gibt es Bestrebungen die Emissionsmengen zu reduzieren. Aufgrund schleppender Verhandlungen auf internationaler Ebene hat sich die EU entschlossen, selbst voranzuschreiten und Standards zu setzen. Auch die Bundesregierung macht sich für eine deutliche Stärkung der Umweltschutzbelange in der Schifffahrt stark.
Der sich aus den Ergebnissen des Gutachtens ergebende Handlungsbedarf wurde mit Vertretern und Vertreterinnen aus Politik, Verwaltung sowie Hafen- und Seeverkehrswirtschaft diskutiert.
Eröffnet wurde die Konferenz mit einem Grußwort der Staatsrätin der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Frau Dr. Gundelach.
Hier finden Sie die Vorträge der Veranstaltung:
Schiffsemissionen - Problem erkannt? (download)
Dr. Axel Friedrich, Umweltbundesamt
Ergebnisse aus dem Gutachten zur Emissionsquantifizierung (download)
Kapt. Thomas Reincke, GAUSS mbH, Bremen
Politischer Handlungsauftrag aus den Studienergebnissen (download)
Beate Lange, Aktionskonferenz Nordsee e.V., Bremen
Externe Kosten durch Schiffsemissionen (download)
Dr. Niklas Sieber, Institut für Energiewirtschaft, Stuttgart
Engagement des Hamburger Hafens zur Emissionsminderung (download)
Wolfgang Hurtienne, Hamburger Port Authority
Möglichkeiten und Grenzen für Anreizsysteme (download)
Andreas Hübscher, Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik
Ausblick - Was tut die Bundesregierung? Vorhaben auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene (download)
Monika Breuch-Moritz, Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
Hintergrundinformation der Aktionskonferenz Nordsee hier

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Dokumentation der Abschlussveranstaltung
Ergebnisse aus dem Projekt "Schiffe an die Steckdose?"
5. November 2007, 10.00 - 16.00 Uhr, Börsenhof, Bremen
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Der kommerzielle Seeschiffsverkehr hat gerade auf den bedeutsamen Schifffahrtsstraßen von Nord- und Ostsee erheblich zugenommen. Die Seeschifffahrt bringt dabei mehrere gravierende Umweltbelastungen und -risiken mit sich. Verschiedenste Emissionen von Schiffen tragen zur Verschmutzung der Umwelt bei. So setzen Schiffe Luftschadstoffe, Treibhausgase und ozonschädigende Substanzen in die Atmosphäre frei. Die von Schiffen freigesetzten Luftschadstoffe schlagen sich, insbesondere im Küstenbereich und in den Häfen, an Land nieder und können dort Umweltprobleme verursachen, die sich auf die menschliche Gesundheit, die natürliche Umwelt und die bebaute Umgebung auswirken.
Die EU-Richtlinie 2005/33/EG verfolgt das Ziel, die Schiffsemissionen im Hafen zu reduzieren. Ab 2010 müssen alle Schiffe, die in einem EU-Hafen liegen, Schiffstreibstoffe mit 0,1% Schwefelgehalt verwenden oder am Liegeplatz landseitigen Strom nutzen.
Das Projekt "Emissionen in bremischen Häfen - Schiffe an die Steckdose?" der AKN hat die Sinnhaftigkeit und die Möglichkeiten einer landseitigen Stromversorgung in den Häfen Bremens evaluiert und einen zukunftsweisenden Handlungsvorschlag entwickelt.
Die Ergebnisse des Projektes werden in dieser Veranstaltung dargestellt und diskutiert.
Ziel der Veranstaltung ist, mit den Ergebnissen des Projektes die Grundlage zu bieten für eine Diskussion über die Umsetzungsmöglichkeiten einer landseitigen Stromversorgung für Schiffe in Bremens Häfen unter Einbeziehung der Akteure aus Politik, Wirtschaft, Umwelt und Verwaltung.
Hier finden Sie die Vorträge der Veranstaltung
Das Programm können Sie hier runterladen.
The Clean Ship concept - Cold ironing as one possible solutions (Engl) ( download)
Eelco Leemans (Seas at Risk / IMO Delegation Friends of the Earth)
Schiffsemissionen im Hafen - Technischer Hintergrund ( download)
Christian Bahlke (GAUSS)
Praktische Erfahrungen - Erprobung neuer Techniken ( download)
Dieter Brockmann (SAM-Electronics)
Praktische Erfahrungen - Erprobung neuer Techniken ( download)
Jürgen Moser (Siemens)
Steckdose im Hafen - Möglichkeiten in Bremens Häfen ( download)
Iven Krämer (bremenports)
Eine Frage der Haftung? ( download)
Rolf-Jürgen Hermes (Pandi Versicherung)
Ergebnisse des Projektes "Schiffe an die Steckdose?" ( download)
Nadja Ziebarth (Aktionskonferenz Nordsee e.V.)
Das Projekt wurde gefördert vom Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa in Bremen
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Presseinformation vom 05.11.2007 |
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Schiffe an die Steckdose?
Aktionskonferenz Nordsee nimmt Schiffe unter die Lupe
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Bremen, 05.11.2007. Klimaveränderungen und Luftemissionen sind in aller Munde. Dabei werden meistens die Emissionen landseitiger Quellen diskutiert. Wie aber Studien der EU zeigen, nehmen die Emissionen der Schifffahrt einen immer größeren Anteil der Luftverschmutzungen in Europa ein. Dabei ist die Luftverschmutzung in stadtnahen Gebieten - wie in Häfen - besonders gefährlich für die Gesundheit der Menschen. Auf der heutigen Veranstaltung der Aktionskonferenz Nordsee (AKN) werden die technischen Möglichkeiten und die Reduktionspotenziale der Luftverschmutzung von Schiffen durch eine landseitige Stromversorgung während der Liegezeit diskutiert.
Anlass ist die EU-Richtlinie 2005/33/EG. Die EU-Richtlinie 2005/33/EG verfolgt das Ziel, die Schiffsemissionen im Hafen zu reduzieren. Ab 2010 müssen alle Schiffe, die in einem EU-Hafen liegen, Schiffstreibstoffe mit 0,1% Schwefelgehalt verwenden oder am Liegeplatz landseitigen Strom nutzen. Diese EU-Richtlinie zwingt die Reeder, Hafenwirtschaft, Stromanbieter, Behörden und Politik dazu, sich mit der Thematik Schiffsemissionen im Hafen auseinander zu setzen. Somit hat die EU-Richtlinie deutschlandweit eine rege Diskussion über die Möglichkeiten einer landseitigen Stromversorgung während der Liegezeit im Hafen entfacht.
Schiffe setzen Luftschadstoffe, Treibhausgase und ozonschädigende Substanzen in die Atmosphäre frei, die noch 1000 km landeinwärts wirksam werden. Erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Küstenbewohner/innen und Umwelt sind unausweichlich und schon 2003 durch die WHO (World Health Organisation) untersucht worden. So führt die hohe Feinstaubbelastung, die zu 2030% auf Schiffsemissionen zurückzuführen ist, nach den WHO-Berechnungen unter anderem zu einer Reduktion der Lebenserwartung von 1-2 Jahren und zu ca. 100.000 Todesfällen im Jahr.
Das liegt primär daran, dass Treibstoffe von Schiffen im Vergleich zu Landfahrzeugen eine extrem schlechte Qualität haben. "An Land würden Schiffe wie Sondermüllanlagen behandelt werden", so Nadja Ziebarth von der Aktionskonferenz Nordsee (AKN).
Der kommerzielle Seeschiffsverkehr hat gerade auf den bedeutsamen Schifffahrtsstraßen von Nord- und Ostsee erheblich zugenommen. Die Seeschifffahrt bringt dabei mehrere gravierende Umweltbelastungen und -risiken mit sich. Verschiedenste Emissionen von Schiffen tragen zur Verschmutzung der Umwelt bei.
Bei besonders hohem Schifffahrtsaufkommen ist die Belastung durch Schiffsemissionen in der direkten Umgebung der Häfen sogar noch gravierender. Dass Schiffsemissionen in Häfen eine entscheidende Rolle spielen, zeigt eine in 1995 von der Umweltbehörde in Hamburg veröffentlichte Graphik: 80% der Schwefelgehalte und 20% des Feinstaubes stammen demnach aus dem Hamburger Hafen. Diese Zahlen wurden allerdings nie aktualisiert. Das Luftschadstoffgutachten für den Kreuzfahrtterminal in der HafenCity Hamburg von 2006 erhärtet den Verdacht, dass die Schiffsemissionen für die allgemeine Luftgüte eine viel größere Rolle spielen, als bislang von politischer Seite zugegeben wurde.
Ergebnisse der AKN Untersuchung zur landseitigen Strommversorgung
Gesamtbewertung
Landseitige Stromversorgung ist in Wohngebieten wie z.B. Hamburg, Travemünde oder Los Angeles sinnvoll. Dort muss massiv für eine Reduktion der Emissionen gesorgt werden.
In Bremerhaven ist durch die vorherrschenden Winde kein akuter Handlungsbedarf gegeben, durch Grenzwertüberschreitungen von z.B. Feinstaubemissionen. Allerdings darf auch ohne Grenzwertüberschreitungen gehandelt werden!
Das Reduktionspotential von 0,1% schwefelhaltigem Treibstoff führt bereits zu Minderungen im Feinstaub- und Schwefelbereich, allerdings werden keine Stickoxide und nicht alle Feinstaube reduziert.
Faktoren wie Lärmbelästigung und Arbeitsschutz (Gesundheitsschäden) für Arbeiter/innen im Hafen werden nur mit einer Landstromversorgung (Steckdose) behoben
Eine landseitige Stromversorgung sollte für den Kreuzfahrtterminal und für die Stromkaje in Betracht gezogen werden. Die Unternehmen, die die entsprechenden Anlagen installieren können, sollten hierfür die konkreten Möglichkeiten und Kosten darlegen. An diesen beiden Kajen sind die technischen und logistischen Bedingungen für eine Anlage am vorteilhaftesten und die Anzahl der Schiffsankünfte und die Emissionen der Schiffe relevant. Bremen könnte sich mit einem solchen Projekt insbesondere auch nach der Diskussion in Hamburg über den neuen Kreuzfahrtterminal profilieren.
Prognosen lassen hoffen, dass sich das Verhalten der Reeder durch Einführung von 0,1% Treibstoffen ändert. Kein Reeder möchte auf seinem Schiff drei verschiedene Treibstoffe vorhalten. Wenn 1,5% schwefelhaltige Treibstoffe im SECA-Gebiet und 0,1% in EU-Häfen verwendet werden müssen, dann könnte sich das positiv auf die Treibstoffqualität außerhalb dieser Gebiete auswirken. Zurzeit liegt der durchschnittliche Schwefelgehalt der Treibstoffe auf Hoher See bei 2,7%. Es könnte sich ein Trend entwickeln, dass Schiffe, die die EU ansteuern, nur noch mit 1,5% schwefelhaltigem Treibstoff auf See fahren.
AKN Forderungen
o Ziel ist es, ein emissionsfreies Schiff (Clean Ship) zu erreichen. Dieses Ziel kann durch verschiedene Faktoren realisiert werden:
- Verbesserung der Treibstoffe
-Verbot von Schwerölen
-Einführung von Filtertechniken
-Landseitige Stromversorgung
o Der Kreuzfahrtterminal in Bremerhaven sollte als Pilotprojekt mit einer landseitigen Stromversorgung ausgestattet werden. Für das Image des Kreuzfahrtterminals wäre das sicherlich von Vorteil.
o Der Bremer Senat sollte eine landseitige Stromversorgung an der Stromkaje, Bremerhaven prüfen.
o Bremen sollte, um die Attraktivität der "Steckdose" für Reeder zu erhöhen, mit Partnerhäfen über eine landseitige Stromversorgung verhandeln. Die Ostsee-Häfen bieten sich dabei besonders an, da ein Großteil der Containerfeeder als Linienverkehr in die Ostsee geht.
o Keine Steuerbefreiung für landseitigen Strom.
o Versteuerung der Schiffstreibstoffe.
o Einbeziehung der Schiffsemissionen in den Emissionshandel.
Für Rücksprachen wenden Sie sich bitte an:
Aktionskonferenz Nordsee e.V.,
Nadja Ziebarth
Tel: 0421 / 77675, eMail: Nadja.Ziebarth@aknev.org, www.AKNeV.org
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Visionen konkret machen! Das EU Grünbuch "Meerespolitik"
Stellungnahme der Aktionskonferenz Nordsee zum Grünbuch der Europäischen Kommission
"Die künftige Meerespolitik der EU: Eine europäische Vision für Ozeane und Meere"
Lesen Sie hier
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Dokumentation des Workshops "EU-Grünbuch `Meerespolitik´ auf dem Umweltprüfstand"
vom 22. November 2006, in Bremen
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Seit Juni 2006 ist die EU im Konsultationsprozess zum Grünbuch "Meerespolitik". In Bremen wird dazu am 2./3. Mai 2007 die Abschlussveranstaltung der EU-Konsultationen zum Grünbuch "Meerespolitik" stattfinden. Gastgeber ist die Bundesregierung Deutschland, die die EU-Ratspräsidentschaft in 2007 übernimmt.
Das vorliegende Grünbuch soll die Ausrichtung der EU-Meerespolitik für die Zukunft vorgeben. Die Notwendigkeit einer sektorenübergreifenden Politik - ein von Umweltverbänden lange geforderter Ansatz - spiegelt sich darin zwar wieder, doch: Ist das Grünbuch wirklich das, was Umweltverbände gefordert haben? Ist es wirklich nachhaltig? Oder wird jetzt "ganzheitlich" der Wirtschaftsnutzung Vorrang gegeben? Welche Folgen hat das Grünbuch für die regionalen Kommissionen wie OSPAR, HELCOM und das Trilaterale Wattenmeerabkommen?
Diese Fragen wurden auf dem o.g. Workshop aus Meeresschutzperspektive diskutiert. Einbezogen wurde auch die EU Marine Strategie (EMS), da sie die "Umweltsäule" des Grünbuches sein soll.
Hier finden Sie die Vorträge des Workshops:
Themeneinführung ( download 207 KB)
Nadja Ziebarth (AKN)
Position des WWF zu EMS/Grünbuch ( download 2045 KB)
Schwerpunkt Meeresschutzgebiete, Stephan Lutter (WWF)
Position von Greenpeace zu EMS/Grünbuch ( download 1670 KB)
Schwerpunkt Fischerei Thilo Maack (Greenpeace)
Position der AKN zu EMS/Grünbuch ( download 570 KB)
Schwerpunkt Schifffahrt und Hafenplanung, Nadja Ziebarth (AKN)
Stellungnahme des Bundesamtes für Naturschutz ( download 1560KB)
Jochen Krause (BfN - Vilm)
Kommentare vom Sachverständigenrat für Umwelt (SRU) zur EU-Meeresstrategie
Rückzug aus der europäischen Verantwortung? / EU-Grünbuch "Meerespolitik" ( download 208 KB)
SRU Handlungsempfehlungen ( download 55 KB)
Dr. Markus Salomon (SRU)
Prioritätensetzung der Workshop-Teilnehmer/innen für eine zukünftige EU-Politik
Entwicklung von "Top Ten" Forderungen an die EU-Meerespolitik ( download 820 KB)
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