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  Die Aktionskonferenz Nordsee hat sich immer wieder Schwerpunkte in ihrer umweltpolitischen Arbeit gesetzt und dazu verschiedene Kampagnen durchgeführt, Eingaben in politischen Gremien gemacht und nachdrücklich auf die herrschende Politik und die Verwaltungen Einfluß genommen.  
 
Chemiekampagne "Chlor hat keine Zukunft"

Um zu erreichen, daß die chemische Industrie endlich den extrem umweltzerstörenden Produktionszweig Chlorchemie und damit die Produktion von PVC, Pestiziden, Lösemitteln und FCKW aufgibt, begann die AKN 1990 eine Kampagne "Chlor hat keine Zukunft" mit verschiedenen Veranstaltungen, Erarbeitung von Gutachten, Aktionen und der Herausgabe von Publikationen.
In den Folgejahren haben dann u.a. viele Gemeinden beschlossen, bei kommunalen Bauten auf die Verwendung von PVC zu verzichten.
 
 
Gefährliche Stoffe

Die Vermeidung des Eintrags von gefährlichen Chemikalien in die Nordsee und in den Nordost-Atlantik ist ein wichtiger Schwerpunkt der AKN Arbeit. Dabei geht es um die Benennung der Giftquellen und nicht darum, bei den Symptome zu verharren. Ziel ist es, über die Gefahren der gefährlichen Stoffe zu informieren und einen neuen Umgang mit Chemikalien, deren Herstellung, Verwendung und Entsorgung zu erreichen. Im Vordergrund steht dabei die Verringerung der Stoffvielfalt und der Einsatz umweltverträglicher Substanzen. Durch die Mitarbeit in politischen Gremien versucht die AKN eine neue Chemikalienpolitik durchzusetzen, die auch die Belange der Meere berücksichtigt.
 
 
TBT

Tributylzinn (TBT) ist eine hochgiftige Chemikalie. Sie wirkt krebserregend, erbgutverändernd und stört den Hormonhaushalt von Lebewesen.
TBT wird Schiffsanstrichen beigefügt, um Bewuchs mit Meereslebewesen am Schiffsrumpf zu verhindern. Inzwischen ist TBT überall im Meerwasser zu finden. Nachgewiesen ist, dass dies u.a. bei Schnecken zu Fortpflanzungsunfähigkeit geführt hat. Besonders hohe Konzentrationen finden sich der Nähe von Werften und in Hafenbecken. Das führte u. a. zu einem Verbot der sonst üblichen Verklappung von Baggerschlick aus den Häfen von Bremerhaven in das Wattenmeer. Aber die Wirtschaftslobby aus Chemieindustrie und Reedereien ist stark und verhinderte bisher ein notwendiges Verbot der Verwendung von TBT. Die AKN kämpft auf allen möglichen Ebenen, lokal, national und international für dieses Verbot mit Anträgen, Eingaben, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit