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Presseinformationen der Aktionskonferenz Nordsee e.V. 
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Archiv 2004

28.12.2001 Tag der biologischen Vielfalt:
Meeresindustrialisierung gefährdet biologische Vielfalt, 28.12.2001

Umweltministerkonferenz in Bremen
Aktionskonferenz Nordsee warnt: Offshore Windanlagen sind kein Allheilmittel, 29.11.2001

Kongress NORDSEE-VISIONEN beschließt "Bremer Charta", 11.11.2001

Kein Kanal durch den Nationalpark!, 26.10.2001

Deponie im Bremer Blockland: Trickserei bei der Sickerwasserreinigung, 14.08.2001

Umweltschutz im Wattenmeer bleibt auf der Strecke, 19.06.2001

Endlich eine nachhaltige Fischerei?, 05.06.2001

Wasserrahmenrichtlinie: Jetzt Butter bei die Fische! , 16.05.2001
     
 
  Umweltverbände fürchten um die Unterweser; 15.05.2001  
       
  Schulwettbewerb für NORDSEE-VISIONEN; 03.05.2001  
       
  Immer Schneller auf Kosten der Natur? 11.04.2001  
       
  Bremen ruiniert seinen Ruf; 06.04.01  
       
  Tiefwasserhafen - hat fatale Folgen für die Küstenregion! 30.03.2001  
       
  Tiefwasserhafen: Kein Bedarf; 28.03.2001  
       
  Kabeljaubestände in der Nordsee vor Zusammenbruch - Aktionskonferenz Nordsee und Seas At Risks fordern von der Europäischen Union endlich eine verantwortungsvolle Fischereipolitik; 25.01.2001  
       
  Tiefwasserhafen an der norddeutschen Küste - Ja oder Nein? Diskussionsveranstaltung der Aktionskonferenz Nordsee e.V., Rettet die Elbe und des BUND Kreisverband Cuxhaven, 21.02.2001  
       
       
       
       
       
       
       
     
   
     
Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. 28.12.2001

28.12.2001 Tag der biologischen Vielfalt:
Meeresindustrialisierung gefährdet biologische Vielfalt

Bremen zum 28.12.2001. Anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Tag der biologischen Vielfalt mahnen die Umweltverbände Aktionskonferenz Nordsee e.V. und der BUND einen nachhaltigen Umgang mit den Meeresökosystemen an.
Die Meere weltweit sind geprägt durch eine einmalige biologische Vielfalt. Diese Vielfalt spiegelt sich in faszinierenden Lebensräumen wie dem Great Barrier Reef vor Australien oder dem Wattenmeer an der Nordseeküste wieder. Doch diese und andere Meeres- und Küstenlebensräume sind mehr und mehr durch Industrialisierung und zunehmende Verbauung gefährdet.

Die Expansion der Hafenerweiterung und -neubauten an der Nordseeküste ziehen ein erhöhtes Schiffssicherheitsrisiko nach sich. Lebensräume verschwinden durch Ausbaggerungen und Baumaßnahmen. "Alle zusätzlichen Hafenerweiterungen gehen zu Lasten der biologischen Vielfalt, beispielsweise der Flussmündungen", fügt Nadja Ziebarth von der Aktionskonferenz Nordsee hinzu. Sowohl die Elbe als auch die Weser sollen nochmals Ausbaggerungen zum Opfer fallen.

Auch die Planung zur Anlage von riesigen Windparken entlang der Nordseeküste lässt die Meere der Nord- und Ostsee immer mehr zu einem Industriegebiet verkommen. "Sicherlich unterstützen wir den Ausbau alternativer Energie, aber der Bau von Offshore-Windparken muss bedacht geschehen und darf nicht auf Kosten der Ökosysteme dieser Regionen gehen", sagt Stefan Menzel, Sprecher des Arbeitskreises Meer und Küste des BUND.

Nicht nur heute, anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt, und nicht nur an der Nord- und Ostseeküste, ist es essentiell wichtig, dem erhalt der lebensraumspezifischen Abläufe und Dynamik Vorrang zu geben, um den Lebewesen Schutz und dem Menschen Gesundheit und Erholung in einer intakten Natur zu gewährleisten, so der Tenor der Naturschutzverbände.


Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
BUND Arbeitskreis Meer und Küste, Stefan Menzel, Tel. 0421 / 25 75 324, Handy: 0160 99222585
Aktionskonferenz Nordsee e.V., Nadja Ziebarth, Tel. 0421 / 7 76 75, Handy: 0174 944 27 12
     
   
     
Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. 29.11.2001

Umweltministerkonferenz in Bremen
Aktionskonferenz Nordsee warnt: Offshore Windanlagen sind kein Allheilmittel


Bremen, den 29.11.2001. Heute und Morgen tagen die Umweltminister der Länder in Bremen. Ein Top Thema der Konferenz ist der Globale Klimaschutz und Offshore-Windenergie. Die Aktionskonferenz Nordsee e.V. (AKN) warnt davor in der Hoffnung, ein Allheilmittel für den Globalen Klimaschutz gefunden zu haben, den Naturschutz zu übergehen.

"Ermittlung, Bilanzierung und Bewertung aller Auswirkungen auf den Naturraum Nordsee müssen erst feststehen, bevor eine umweltverträgliche Planung überhaupt möglich ist", so Nadja Ziebarth von der Aktionskonferenz Nordsee e.V.
Unklar sind die Folgen für die Vögel der Nordsee. Die Planungen der Offshore Windanlagen liegen teilweise in Zug-, Rast- und Nahrungsgebieten von Vögeln und Fledermäusen. Hier bedarf es aber noch genauerer Forschung, um die wirklichen Routen der Vögel bei verschiedenstenWetterlagen zu erkunden.

Die Offshore Windanlagen stellen auch ein Risioko für die Schiffssicherheit da, die beim momentanen Planungsstand nicht garantiert wird. Umfassende Konzepte müssen erarbeitet werden, die einen sicheren Abstand zwischen Schifffahrtswegen und Windparks garantieren. "So werden zur Zeit die Windanlagen zu Leitplanken, nur dass sie dafür nicht gebaut sind, sondern umknicken oder ein Leck ins Schiff reißen würden. Das wäre die Ölkatastrophe für das Wattenmeer", befürchtet Nadja Ziebarth von AKN.

AKN fordert, dass das Vorsorgeprinzip vor Schädigungen des Ökosystems Nordsee und Wattenmeer an erster Stelle stehen muss.
Weiterhin sollte eine Gesamtraumplanug für die gesamte Nordsee, mit gemeinsamen Richtlinien und Kriterien, sowie eine harmonisierte Umweltverträglichkeitsprüfung für alle Anrainerstaaten der Nordsee erstellt werden.
Die Windenergie sollte in einem Gesamt Energiekonzept eingebettet werden, d.h Erzeugungs-, Verteilungs-, Verbrauchs- und Einsparkonzept. Denn die sauberste Energie ist immer noch die, die nicht verbraucht wird. Und der beste Klimaschutz ist das allemal.


Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an:
Nadja Ziebarth, Aktionskonferenz Nordsee e.V., Tel: 0421/ 77675,
Freitag per Handy: 0174 944 2712
     
   
     
Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. 11.11.2001

Kongress NORDSEE-VISIONEN
beschließt "Bremer Charta"

Bremen, 11. November 2001. Als Bilanz von bislang 18 Jahren erfolgloser internationaler Nordseeschutzpolitik haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses NORDSEE-VISIONEN der "Aktionskonferenz Nordsee" (AKN) heute mit der BREMER CHARTA einstimmig einen Forderungskatalog verabschiedet, der den Umweltministern der fünften Internationalen Nordseeschutzkonferenz (INK) im März 2002 im norwegischen Bergen vorgelegt werden soll. Die Forderungen zielen auf die Vision von einer Nordsee, "deren natürlicher Reichtum nicht mehr blosser Ausbeutung geopfert wird". Als Zeitvorgabe gilt dabei das Jahr 2020 - weitere 18 Jahre später und ein von der INK in Teilbereichen selbst gestecktes Sanierungsziel. Parallel zum Kongress NORDSEE-VISIONEN wurde ein Schulwettbewerb ausgewertet und prämiert, in dem Kinder und Jugendliche ihre persönlichen Visionen skizziert hatten, wie die Nordsee wohl aussehen soll, wenn sie einmal erwachsen sein werden. Als Preise waren Geldbeträge von 2500 Mark, Gewässeruntersuchungskoffer, Nordsee-CD-ROM der AKN und Wattenmeer-Umweltatlanten ausgeschrieben. Die Jury mit der Bremer Umweltsenatorin Christine Wischer (SPD) und dem Vizepräsidenten des Bundesamtes für Naturschutz, Rudolf Ley, vergab in der Jahrgangsstufe 4 - 7
- den ersten Preis an die Klasse 7 der Kooperativen Gesamtschule Tarmstedt,
- den zweiten Preis an SchülerInnen der Klassen 6 und 10 sowie die Video-AG der Lüdertalschule in Großenlüder,
- den dritten Preis an die Klasse 4 der Grundschule Parsevalstrasse Bremen,
- den vierten Preis an die Klasse 7 der Freien Christlichen Schule Ostfriesland (Gesamtschule) in Leer,
- den fünften Preis an die Klassen 6a, 6b und 6c des Gymnasiums Marianum in Warburg
sowie in der Jahrgangsstufe 8 - 13
- den ersten Preis an die Klassen 11, 12 und 13 des Stephaneum, Gymnasium zu Aschersleben,
- den zweiten Preis an die Klasse 8 der Integrierten Gesamtschule Wörrstadt,
- den dritten Preis an die Klasse 9 der Integrierten Gesamtschule Waldschule Egels in Aurich und
- den vierten Preis an die Klasse 9/10 der Heinrich-Göbel-Realschule in Springe.

Die Bremer Charta mit dem Forderungskatalog finden Sie hier

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Aktionskonferenz Nordsee e.V., Tel. 0421 / 7 76 75, Handy 0174 / 94 42 712


     
   
     
Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. 26.10.2001

Kein Kanal durch den Nationalpark!

Bremen/Hamburg 26.10.2001. Für die Anbindung der Binnenschifffahrt von Wilhelmshaven an das europäische Wasserstraßennetz, soll jetzt doch eine Kanalverbindung zwischen dem Jadebusen und der Weser gebaut werden. Nach anfänglichem Dementi von der Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung, wurde jetzt die "Katze aus dem Sack" gelassen. Die Umweltinitiativen Aktionskonferenz Nordsee und Rettet die Elbe sehen durch den geplanten Bau verheerende Folgen auf die Umwelt zukommen. Dazu kommen noch unübersehbare Folgekosten für die Hinterland- und Binnenschifffahrtsanbindung des geplanten Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven.

Für die Anbindung der Binnenschiffahrt an das europäische Wasserstraßennetz, wird eine Kanalverbindung zwischen dem Jadebusen und der Weser für erforderlich gehalten. Dabei soll quer durch das Watt und/oder quer durch das Budjadinger Land gegraben werden. Die Planer haben fünf Varianten untersucht, die eine Kanallänge von ca. 20 km - bis ca 30 km Länge haben. Welche Variante auch immer umgesetzt werden soll, eines haben alle gemeinsam so Nadja Ziebarth von der Aktionskonferenz Nordsee: "Sie bedeuten einen fast ebenso großen Eingriff in die Natur, wie der Tiefwasserhafen selber."

Die Kanalvariante über das "Hohe Weg-Watt" geht direkt durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (Ruhezone und Zwischenzone) und führt u.a. zu Zerstörungen von Muschelbänken, Seehundbänken und Lebensräumen zahlreicher Vogelarten.

Die Varianten durch den Jadebusen würde ebenfalls den Nationalpark betreffen und das einmalige Ökosystem eines Meerbusens zerstören. Hier überwintert nicht nur die Eiderente, sondern auch viele andere Arten. Sowohl das Bauen des Kanals als auch die Unterhaltungsbaggerungen würden nachhaltigen Schaden anrichten.

AKN und Rettet die Elbe kritisieren zudem die Kosten für den Bau, die eine zweistellige Millionenhöhe überschreiten würde. Für die Folgekosten der Unterbringung des Baggergutes und für die Unterhaltungskosten für einen Kanal werden noch Generationen zur Kasse gebeten Die Länder Niedersachsen und Bremen sind trotz ausreichend vorhandener Umschlagskapazitäten, fest entschlossen dieses Projekt mit den daraus resultierenden Umweltzerstörungen und unübersehbaren Folgekosten umzusetzen.

"Erst eine ernsthaft gemeinte Hafenkooperation zwischen den Norddeutschen Hafenstädten kann diesen ruinösen Wettbewerb und die endlose Zerstörung von Natur und Landschaft beenden", so Herbert Nix von <<Rettet die Elbe>>.


Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Aktionskonferenz Nordsee e.V., Nadja Ziebarth, Tel. 0421 / 7 76 75
Förderkreis <<Rettet die Elbe>> e.V. Hamburg, Herbert Nix, Tel. 040 / 87 00 73 67
     
   
     
Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. und ROBIN WOOD vom 14.8.2001

Deponie im Bremer Blockland:

Trickserei bei der Sickerwasserreinigung

Bremen, 14.8.2001. Trotz vorhandener und erprobter Verfahren wird seit kurzem das Sickerwasser der Erweiterungsfläche auf der Blocklanddeponie nicht mehr separat gereinigt. Die Umweltverbände ROBIN WOOD und die Aktionskonferenz Nordsee befürchten eine zunehmende Gewässerverschmutzung

Anfallende Niederschläge sickern durch den Deponiekörper und reichern sich mit z. T. hochgiftigen Inhaltsstoffen aus den Abfällen an. Diese wurden bisher durch eine Reinigungsanlage geleitet. Besonders gefährlich sind bestimmte organische Halogenverbindungen, zum Beispiel Dioxine. Sie müssen unbedingt entfernt werden, bevor das Sickerwasser über die Kanalisation in die Weser gelangt.

"Bremen engagiert sich zwar für den Aktionsplan Weser, um eine Reduzierung der Schadstoffe zu erreichen. Aber gleichzeitig wird durch die Abschaltung einer Reinigungsanlage eine höhere Gewässerbelastung in Kauf genommen," so Wasserexpertin Annegret Reinecke von ROBIN WOOD.

Um unter den Schadstoffgrenzwerten zu bleiben, wird das Sickerwasser der Erweiterungsfläche mit dem geringer belasteten Sickerwasser des alten Deponiekörpers und dem Grundwasser vermischt. Peter Willers von der Aktionskonferenz Nordsee: "Es kann nicht sein, dass der hochgelobte Stand der Technik wie bei dieser Reinigungsanlage unter dem Diktat der Kosteneinsparung außer Kraft gesetzt wird und die Gewässerbelastung wieder zunimmt."

Kommenden Donnerstag beschäftigt sich die Umweltdeputation mit dem Thema. ROBIN WOOD und die Aktionskonferenz Nordsee erwarten, dass dort ein Beschluss gefasst wird, mit dem die gegenwärtige Trickserei der Verdünnung wieder beendet wird. Die Reinigungsanlage muss wieder aufgebaut werden!


Kontakte: Peter Willers (Aktionskonferenz Nordsee), Tel: 0421/77675
Annegret Reinecke (ROBIN WOOD), Tel.:0178/6884792
     
   
     
Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. und dem World Wide Fond for Nature vom 19.06.2001
Umweltschutz im Wattenmeer bleibt auf der Strecke

AKN und WWF kritisieren Erklärung von Cuxhaven zum Integrierten Küstenzonen Management

Cuxhaven, 19. 06. 2001 - Scharfe Kritik übten heute die Umweltschutzorganisationen AKN und WWF an der gemeinsamen Erklärung zum Küstenzonen Management, die Vertreter der niedersächsischen Landesregierung, von Bundes- Landes und Kommunalbehörden sowie Interessengruppen zum Abschluss einer zweitägigen Konferenz in Cuxhaven veröffentlicht haben.
"Die Erklärung von Cuxhaven ist eine reine Koordinationsregelung für die wirtschaftlichen Nutzungsgruppen im Küstenraum, Umweltaspekte werden kaum berücksichtigt. Damit widerspricht die Erklärung dem Grundgedanken eines integrierten Küstenzonen Managements, das die Einbeziehung von Schutz und Nutzung zum Ziel hat," kritisierten AKN und WWF.
Ein Beispiel ist die norddeutsche Hafenplanung. Die in der Cuxhavener Erklärung geforderte "konsensfähige nachhaltige regionale Entwicklung" unter Berücksichtigung der Umweltschutzbe-lange findet gerade hier nicht statt. Stattdessen werden alle Häfen an Elbe, Weser, Jade ausgebaut und zusätzlich auch noch die Flüsse vertieft. "Es muss endlich Schluss sein mit regionalen Konkurrenzen, damit schnellst möglich eine Koordination der weiteren Hafenausbauten und Flussvertiefungen umgesetzt wird", forderte Nadja Ziebarth von der Aktionskonferenz Nordsee.
Obwohl die Cuxhavener Erklärung auch gute Vorsätze enthält wie die Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft, Umwelt und Naturschutz bei der Erstellung von Leitlinien für die regionale Entwicklung der Küstenzone, so sieht die politische Realität ganz anders aus. Bei der Vorbereitung der Trilateralen Umweltministerkonferenz zum Schutz des Wattenmeeres, die im Oktober 2001 in Dänemark stattfindet, hat gerade Deutschland eine sehr ablehnende Haltung gegenüber den Ansätzen des integrierten Küstenzonen Managements. Die WWF-Forderung einer regionalorientierten Bevölkerungsbeteiligung beim trilateralen Wattenmeerschutz findet hier keine Unterstützung.
Der WWF fordert konkrete Schritte für die zukünftige trilaterale Zusammenarbeit beim Wattenmeerschutz: Dazu gehören die Einstufung des Wattenmeeres als besonders empfindliches Meeresgebiet (PSSA), um Maßnahmen zum Schutz gegen Schiffsunfälle besser koordinieren zu können; eine trilaterale Wattenmeerkonvention, um die Transparenz der Arbeit, die Mitsprache der Betroffenen und die Verbindlichkeit der gemeinsamen Beschlüsse garantieren zu können und eine aktive Involvierung der Bevölkerung der Region im Umweltschutz und beim Umweltmanagement.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Nadja Ziebarth, Aktionskonferenz Nordsee e.V., Tel. 0421 / 7 76 75
Beate Ratter oder Anja Possekel, WWF, Tel. 0421 / 6 58 46 30
     
   
     
Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. und Seas at Risk vom 05.06.2001

Endlich eine nachhaltige Fischerei?

Brüssel: 5. Juni 2001 - Zur Sicherung der Fischbestände und der Meeresumwelt bedarf es nach Ansicht von Seas At Risk, dem europaweiten Verbund von Meeresschutzorganisationen und der Aktionskonferenz Nordsee, einer kompletten Umstrukturierung der europäischen Fischereipolitik. Auf einer öffentlichen Anhörung zur Neuordnung der EU-Fischereipolitik (Brüssel, 5.-7. Juni) werden die Organisationen Empfehlungen aussprechen, wie diese Sicherung erreicht werden kann.

"Sowohl die Fischbestände, als auch ihre Umwelt sind in einem kritischen Zustand. Politiker und der EU-Regulierungsprozess haben es versäumt, die Krise anzugehen und die Situation verschlimmert sich zusehends. Über die Richtung, in die die Politik weisen muss, besteht bereits Einigung auf breiter Ebene. Es bedarf nun eines entschlossenen politischen Eingreifens und der Bereitwilligkeit von Industrie, Fischereiminister und Europäischer Kommission, um für eine nachhaltige Fischerei einen kurzfristigen Einbruch in Kauf zu nehmen", erkärte Monica Verbeek, Fischereiexpertin bei Seas At Risk.
In der Anhörung und der anschließenden Debatte werden eine Reihe von Vorschlägen begutachtet, die sich mit der Bewältigung der Fischereikrise befassen.
Doch obwohl die Reformansätze eine Reihe von begrüßenswerten Vorschlägen enthalten, so beispielsweise ein Wechsel zu einem umweltverträglicheren Fischereimanagement, gehen sie in Schlüsselpassagen nicht weit ge-nug. Ein wirklich vorsorgender Ansatz hinsichtlich der Eingriffe der Fischerei in die Meeresumwelt wird nur zögernd aufgenommen.

In der Eingabe für die Anhörung fordern Seas At Risk und AKN:
- eine klare politsche Zielsetzung, mit der Erholung und dem Erhalt eines widerstandsfähigen und gesunden Ökosystems als höchster Priorität;
- einen vorsorgenden Ansatz für das Fischereimanagement, der sich mindestens mit den bestehenden internationalen Abkommen deckt und mehr als nur die Festlegung von Fangquoten umfasst;
- eine Verringerung der Fischereiflotten, um eine Balance mit den vorhandenen Ressourcen zu erreichen. Fangquoten sollten nur dazu verwendet werden, um eine Feinabstimmung der Fangraten zu ermöglichen;
- einen ökosystembezogenen Managementansatz, in dem Bestandsgrößen festgelegt werden, die die Verzerrung des Ökosystemcharakters verhindern. Notwendig sind klar definierte Grenzen für die Schäden an Nicht-Zielarten und ihren Lebensräumen, eine verstärkte Ausweisung von Fangverboten für bestimmte Fanggründe sowie eine Abschätzung der Auswirkungen neuer Fischereien für die Umwelt;
- eine finanzielle Unterstützung umweltverträglicher Fischereimethoden sowie eine offene Diskussion über unterschiedliche Entwicklungsmodelle für den Fischereisektor und über die Auswirkungen, die diese auf die Fischer haben werden.

"Die Neuordnung der europäischen Fischereipolitik könnte die letzte Chance für die Fischereiindustrie und die Meeresumwelt sein. Es sind enorme Veränderungen erforderlich, aber ein gutes Management kann nicht nur die Meeresumwelt schützen, die gesamte Fischerei in eine gesicherte Zukunft führen" so die Umweltverbände.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:
Nadja Ziebarth, Aktionskonferenz Nordsee e.V., Tel.: 0421 / 77 6 75
Monica Verbeek, Seas At Risk, Fisheries Policy Officer, tel: + 351 21 4684892; mobile: + 351 96 5617846
     
   
     
Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. vom 16.05.2001
Wasserrahmenrichtlinie:

Jetzt Butter bei die Fische !

Bremen, 16.05.2001 2001 - Auf ihrer morgigen Konferenz in Bremen verhandeln die Umweltminister des Bundes und der Länder u.a. die Umsetzung der neuen EU-Wasserrahmenrichtlinie. Dieses Vertragswerk soll eine bisher unübersichtliche Gewässergesetzgebung zusammenfassen und ist insofern prinzipiell zu begrüßen.

Allerdings haben sich in den zähen und langwierigen Vorverhandlungen die Gewässernutzer - allen voran die Chemieindustrie - über Gebühr durchgesetzt.
Angesichts der Tatsache, dass kaum Kenntnisse über die Eigenschaften und Verwendungszwecke von über 100.000 chemischer auf dem Markt befindlicher Altstoffe vorliegen, ist es mehr als dürftig, daß in der Wasserrahmenrichtlinie nur 32 prioritäre Stoffe als gefährlich oder "möglicherweise gefährlich" ausgewiesen werden. "Wie so das erklärte Ziel erreicht werden soll, die Nordsee im Jahr 2020 schadstofffrei zu bekommen, ist unerfindlich", so Peter Willers von der AKN.
Deprimierend auch, dass auf EU-Ebene ein Juristenstreit über die Rechtsverbindlichkeit bestimmter Formulierungen der Richtlinie, z.B. des "guten Gewässerzustands" ausgebrochen ist.

In der Vergangenheit ist die Bundesrepublik bei allen grundlegenden EU-Richtlinien im Bereich des Gewässerschutzes wegen Vertragsverletzungen angeklagt und bei fast allen Verfahren verurteilt worden. Diese Verzögerungspolitik muß ein Ende haben. Die Aktionskonferenz Nordsee fordert Bund und Länder auf, die Wasserrahmenrichtlinie trotz offenkundiger Mängel schnellstens umzusetzen. Insbesondere bei der Umsetzung in nationales Recht müssen die bestmöglichen Regelungen festgelegt werden, die in der Chemikalienbewertung ggf. auch über EU-Standards hinausgehen müssen.

Seit Jahren postuliert die Politik die Anwendung eines strikten Vorsorgeprinzips. Es ist an der Zeit, dass den Worten Taten folgen.

Für weitere Fragen:
Aktionskonferenz Nordsee e.V., Peter Willers
Tel.: 0421-77675

     
   
     
  Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. und ROBIN WOOD vom 15.05.2001  
 
Umweltverbände fürchten um die Unterweser


 
  Bremen, den 15.05.2001 Wie aus der heutigen Presse zu hören war, gibt es die Überlegung, die Unterweser ein weiteres Mal zu vertiefen. Hintergrund scheint die bessere Erreichbarkeit der Stahlwerke GmbH in Bremen für Frachter aus der Nordsee zu sein.

Die beiden Umweltverbände ROBIN WOOD e.V. und Aktionskonferenz Nordsee e. V. stehen diesen Plänen mit äusserster Skepsis gegenüber. Wir halten ein solches Vorgehen besonders unter ökologischen Gesichtspunkten für sehr bedenklich.Wasserexpertin Annegret Reinecke: "Sowohl der jetzt schon extreme Tidenhub in Bremen mit weit über 4 Metern als auch die Strömungsgeschwindigkeit werden sich erhöhen. Die Tidewelle wird sich noch weiter Richtung Bremen verschieben und damit besteht die Gefahr, dass Sturmfluten in Bremen höher auflaufen." Genau diese Effekte haben die Ausbaustufen in der Unterweser bis Ende der siebziger Jahre gezeigt. Selbst die jüngste Ausbaggerung der Aussenweser hatte Einfluss auf die Wasserstände der Unterweser.

Nordseeexpertin Nadja Ziebarth:"Flüsse mit ihren typischen Lebensgemeinschaften dürfen nicht noch länger den momentanen wirtschaftlichen Interessen angepasst werden. Gerade die Unterweser gilt jetzt schon als einer der verbautesten Flüsse."

Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an:
Annegret Reinecke, Robin Wood e.V.: Tel.: 0421/5982894
Nadja Ziebarth, Aktionskonferenz Nordsee e.V.: Tel. 0421-77675

 
     
   
     
  Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. vom 03.05.2001  
 
Schulwettbewerb für NORDSEE-VISIONEN

Ein bundesweiter Schulwettbewerb der Aktionskonferenz Nordsee

 
  Bremen, 03.05.2001 - "Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche ihre Stimmen laut werden lassen, denn es geht um ihre Zukunft. Kloake oder Naturparadies - wie wird die Nordsee im Jahre 2020 aussehen, wenn es keine wirksamen Beschlüsse für ein Weniger an Umweltverschmutzung geben wird? Wie wird es 2020 den Robben und den anderen Tieren im Watt gehen? Wie verschmutzt werden Flüsse, Seen und Meer sein? Welche Rolle spielen Häfen, Landwirtschaft, Industrie und Verkehr für die Nordsee? Welche Möglichkeiten bestehen, weit im Binnenland das Meer zu schützen? Und wie schaffen wir es, unsere Wünsche umzusetzen? Was muss passieren und was können wir tun, damit unsere Vorstellungen Wirklichkeit werden?" Das sind einige Fragen, die Kinder und Jugendliche mit Beiträgen aller Art im Rahmen eines bundesweiten Schulwettbewerbes der AKN beaerbeiten sollen.

Gesucht werden Beiträge von Klassen, Arbeitsgemeinschaften oder anderen Gruppen jeweils aus den Altersgruppen 8-12 und 13-17 Jahre zur Zukunft unseres Meeres, die beispielsweise in Form von Bildern, Fotos, Videos, Ausstellungen, Liedern, Hörspielen oder Projekten/Projektberichten ihre NORDSEE-VISIONEN darstellen. Beiträge für alle Sinneswahrnehmungen sind möglich.

Eine Jury aus Politik, Gesellschaft, Medien und Umweltverbänden wird die Arbeiten bewerten und prämieren. Jurymitglieder sind u.a. die bremische Senatorin Christine Wischer, der Journalist Franz Alt, Staatssekretärin Gila Altmann und der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz Professor Vogtmann. Prof. Dr. Klaus Töpfer, Leiter des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) hat ein Grußwort zugesagt. Als Schirmfrauen für den Wettbewerb haben Umweltsenatorin Christine Wischer und Elisabeth Mann Borgese, Gründungsmitglied des Club of Rome, zugesagt.

Die Beiträge werden anlässlich einer AKN Tagung "NORDSEE-VISIONEN. 18 Jahre nationale und internationale Nordseeschutzpolitik Bilanz und Ausblick" am 10./11. November 2001 in Bremen ausgestellt. Eine Auswahl der Beiträge wird beim Treffen der Umweltminister auf der 5. Internationalen Nordseeschutzkonferenz in Bergen, Norwegen im März 2002 präsentiert werden.

"Die jungen Menschen sollen so eine Möglichkeit bekommen, den Politikern ihre Vorstellungen von der Zukunft der Nordsee darzulegen um deutlich zu machen, was sie von der Politik erwarten." so Peter Willers, AKN Mitbegründer und Aktivist der ersten Stunde.

Weiter Informationen zum Schulwettbewerb können bei der Aktionskonferenz Nordsee erfragt werden.

Für weitere Fragen:
Aktionskonferenz Nordsee e.V.
Tel.: 0421-77675; Fax: 0421-78931
E-Mail: AKNeV@gmx.net

 
 
Weitere Informationen finden Sie hier.
 
     
   
     
  Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. und dem BUND vom 11.04.2001  
 
Immer Schneller auf Kosten der Natur?

AKN und BUND warnen vor Hochgeschwindigkeitsschiffen

 
  Bremen, den 11.04.2001 Zum Auftakt der Sommersaison 2001 können Urlauber wieder mit dem Hochgeschwindigkeitschiff "Speedy" die Inseln der Nordsee erreichen. Dass diese Form des superschnellen Reisens viele Gefahren für Mensch und Natur birgt, ist nur wenigen bekannt. Die Aktionskonferenz Nordsee (AKN) und der BUND weisen auf die Bedrohung hin. Für den Schiffsbetrieb der Speedy auf der Weser gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Das Tempo liegt der Schnellfähre liegt im Ermessens des Skippers. Die Höchstgeschwindigkeit der Speedy ist 30 Knoten, das sind rund 55 km/h.

Für viele Meeresvogelarten und Meeressäuger ist nicht nur der zunehmende Verkehr, sondern auch die erhöhte Reisegeschwindigkeit der Schiffe ein lebensbedrohliches Problem. Einige Meeresvögel haben eine Fluchtdistanzen von bis zu einem Kilometer. Durch das schnelle heran rasen schaffen schnell fahrende Schiffe in einer Stunde eine zeitweise "vogelfreie" Schneise von bis zu 40 qkm. Auch für Meeressäuger sind die schnellen Schiffe gefährlich. Robben können oft nicht die Geschwindigkeit der Schiffe abschätzen und laufen daher Gefahr mit dem Schiff zu kollidieren. Untersuchungen haben gezeigt, dass Wale durch die "Lärmbelästigung" der Schiffe vertrieben oder in ihrer Kommunikation untereinander gestört werden und sich sogar ihr Hörvermögen verringern kann. In der Nord- und Ostsee kommen Schweinswale vor.

Zudem birgt ein Hochgeschwindigkeitsschiff auch Risiken für den Menschen. "Gekenterte und überfahrende Segel- und Fischerboote in Schnellfähren Fahrgebiete zeigen, dass auch der Mensch durch die Hochgeschwindigkeitsschiffe vereinzelt um sein Leben bangen muss" so ein Sprecher der Umweltverbände. Bereits in der vergangenen Saison gab es seitens von Sportbootfahrern Beschwerden über "Speedy", weil die Bugwelle besondere Manöver erforderlich machte, um akute Kentergefahren abzuwenden.

AKN und der BUND fordern für Schnellfähren im Bereich der Unterweser ein Tempolimit von 8 Knoten, um akute Gefährdungen des Bootverkehrs abzuwenden. Inselreisenden wird nahegelegt, aus Umweltschutzgründen konventionelle Fährverbindungen zu nutzen. Die Urlauber kommen zwar etwas langsamer, dafür aber mit einem guten Gewissen ans Ziel.

Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an:
Peter Müller, BUND, Tel. 0421-790020
Stefan Menzel, BUND, Arbeitskreis Meer und Küste: Tel. 0421-2575324
Nadja Ziebarth, Aktionskonferenz Nordsee e.V.: Tel. 0421-77675

 
     
   
     
  Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. vom 06.04.2001  
 
Bremen ruiniert seinen Ruf

 
  Bremen, 06.04.01: Mit dem Abbau der Reinigungsanlage an der Mülldeponie Blockland ruiniert Bremen seinen angestrebten Ruf als Vorbild in der Gewässerreinhaltung. Auf diese Vorbildfunktion als Weser-Unterlieger hat das Land im Konzert der Weseranlieger-Länder und der Küstenländer immer großen Wert gelegt.

Wer das Verdünnungsverbot des Wasserhaushaltsgesetzes auf diese Weise ignoriert, wird unglaubwürdig. Auch der politische Schaden ist beträchtlich, so Peter Willers von der AKN.

Das Verhalten Bremens widerspricht sowohl der neuen EU-Wasserrahmenrichtlinie als auch den internationalen Bemühungen, Schadstoffeinleitungen in die Nordsee bis zum Jahr 2020 auf Null zu bringen

Die AKN fordert den Senat und die Bremer Entsorgungsbetriebe dringend auf, die Reinigungsanlage am neuen Teil der Blockanddeponie wieder zu installieren.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an:

Peter Willers, Aktionskonferenz Nordsee e.V., Tel.: 0421 - 242688

 
     
   
     
  Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V., BUND und WWF vom 30.03.2001  
 
Tiefwasserhafen - hat fatale Folgen für die Küstenregion!

Umweltverbände kritisieren Entscheidung zum Bau des Containerhafens in Wilhelmshaven

 
  Bremen/Hannover, 30. März 2001 - Scharfe Kritik üben die Umweltverbände AKN, BUND und WWF an der Entscheidung der norddeutschen Landesregierungen, einen neuen deutschen Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven zu errichten. Der Bau des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven bedeutet eine der größten Zerstörungen im Wattenmeer an der deutschen Nordseeküste seit dreißig Jahren. Weitreichende Schäden für das Wattenmeer durch Flächenverlust, Baggerungen und Schiffsverkehr werden sich daraus ergeben. Parallel treiben die Landesregierungen auch noch eine weitere Vertiefung von Elbe und Weser voran. "Das ist ein unverantwortlicher Umgang mit Natur und Umwelt an der Nordseeküste. Der tatsächliche Bedarf für diese gigantischen und milliardenteuren Bauprojekte ist noch immer nicht stichhaltig belegt," so ein Sprecher der Umweltverbände.

Bau und Betrieb des Tiefwasserhafens sind mit erheblichen ökologischen Folgen für den ausgewählten Standort und die angrenzenden seeseitigen und landseitigen Gebiete verbunden. Wertvolle Lebensräume seltener Tiere und Pflanzen - insbesondere ausgedehnte Schlickwatten und Flachwasserzonen - sind davon betroffen. Ebenso Anwohner, Erholungssuchende und lokale Wirtschaftszweige, allen voran Fischerei und Tourismus, befürchten die Verbände.

AKN, BUND und WWF bezweifeln, dass sich der Hafenbau für die Region bei ehrlicher Bilanz aller Kosten von Bund, Ländern und Kommunen einschließlich Unterhaltungsaufwendungen für Fahrwasser und Betrieb wirtschaftlich lohnt. Vielmehr entsteht eine Containerumschlagstation mit geringem Arbeitskräftebedarf und enormer Verkehrsbelastung für die gesamte Region. LKW-Kolonnen werden den Bau neuer Straßen begründen, z.B. Küstenautobahn durch den neuen Wesertunnel. "Die Pläne zum Bau eines Binnenschiffskanals zwischen Jade und Weser werden in Kürze wieder aus der Schublade auftauchen. In zehn Jahren wird die Küstenregion ihr Gesicht beträchtlich verändert haben, ohne dass der Megaport zum Wirtschaftsboom geführt haben wird", sagt der Sprecher der Umweltorganisationen voraus.

Aus Sicht von AKN, BUND und WWF besteht die Alternative in einer betriebswirtschaftlichen und logistischen Kooperation aller vorhandenen Hafenstandorte. Vor allem zwischen Bremerhaven/Bremen und Cuxhaven ist nach Meinung der Verbände eine Zusammenarbeit sofort machbar. "Doch dem stehen die handfesten Interessen der Hafenwirtschaft nach einem hochmodernen automatischen Containerterminal und der unerschütterliche Glaube der Politik an das Jobwunder an der Jade entgegen", so der Verbändesprecher.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Nadja Ziebarth, Aktionskonferenz Nordsee e.V., Tel. 0421 / 7 76 75
Martin Rode, BUND, Tel. 0421 / 79 00 20
Dr. Marita Wudtke, BUND, Tel. 0511 / 9 65 69 18
Annette Bauermann, WWF, Tel. 0421 / 6 58 46 19

 
     
   
     
  Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. und >>Rettet die Elbe<< e.V. vom 28.03.2001  
 
Tiefwasserhafen: Kein Bedarf

 
  Hamburg, Bremen 28.3.2001: Am 30. März soll die Entscheidung über den Standort eines Tiefwasserhafens fallen. Dabei wird vorrangig über die Vor- und Nachteile der möglichen Standorte Cuxhaven und Wilhelmshaven diskutiert. Die entscheidenden Fragen des Bedarfes, die derzeitigen und in Zukunft vorhandenen Umschlagskapazitäten, sowie die Schiffsgrößenentwicklung wurden jedoch bisher nicht beantwortet.

Der Förderkreis "Rettet die Elbe" und die Aktionskonferenz Nordsee haben diese Fragen untersucht und kommen dabei zu folgenden Ergebnissen:

Umschlagskapazitäten reichen für die nächsten Jahrzehnte aus!
Die vorhandenen und im Bau bzw. in Planung befindlichen Kapazitäten reichen aus, um das Wachstum der nächsten Jahrzehnte auch ohne Tiefwasserhafen zu bewältigen. Der Containerverkehr wird sich in den nächsten Jahren, auch bedingt dadurch, dass mehr Massengüter (Abfall, Schrott, Kaffee, etc.) in Containern transportiert werden, zunehmen. Bei einer Wachstumsrate von durchschnittlich 4 - 6 % pro Jahr würde sich der Containerumschlag im Hamburger Hafen bis zum Jahr 2012 etwa verdoppeln. Nach Abschluss der Erweiterungsmaßnahmen des Hamburger Hafens kann diese Wachstumsrate aufgefangen werden. (Im Jahr 2000 betrug der Umschlag 4,2 Mio. TEU, bei Fertigstellung der Erweiterung wird der Hafen über eine Kapazität von 10 Mio. TEU verfügen.)
Nicht berücksichtigt hierbei sind die Modernisierung und Automatisierung der bestehenden Containerumschlagsanlagen, die eine weitere Kapazitätserhöhung ermöglichen, gleiches gilt für Bremerhaven.

Schiffsgrößenentwicklung reine Spekulation!
Über die Schiffsgrößenentwicklung wird zur Zeit nur spekuliert. Der Bau von Schiffen mit einer Kapazität von 10.000 oder 15.000 TEU ist wegen technischer Probleme bisher nicht geklärt. Auch über die Wirtschaftlichkeit dieser Schiffsgrößen wird bisher nur spekuliert. Gegen den Einsatz solcher Schiffe sprechen betriebswirtschaftliche Nachteile und die Tatsache, dass diese Schiffe nur in wenigen Fahrtgebieten der Welt eingesetzt werden können. Die jetzigen Container-Schiffe mit 4.000 bis 6.000 TEU werden auch in Zukunft den größten Anteil des Transportaufkommen bewältigen.

Ruinöse Konkurrenz endlich beenden!
Die angedachte Kooperation zwischen Hamburg und Bremen ist keine, wenn unabhängig vom Tiefwasserhafen beide Länder die weitere Vertiefung der Weser und Elbe fordern und eigene Hafenerweiterungspläne umsetzen wollen.
"Ein neuer Tiefwasserhafen mit seinen enormen Investitions- und Folgekosten, seiner Anbindung an das Hinterland mit Straße, Schiene und Binnenschifffahrtswege und der erneute Ausbau der Flüsse findet zu Lasten des Steuerzahlers und der Umwelt statt, sind unseriöse Zukunftspekulation und daher unverantwortlich."

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Förderkreis >>Rettet die Elbe<< e.V. Hamburg, Herbert Nix, Tel. 040 / 87 00 73 67
Aktionskonferenz Nordsee e.V., Nadja Ziebarth, Tel. 0421 / 7 76 75

Die Studie "Bedarfsanalyse für einen deutschen Tiefwasser Container Terminal - Wachstumsgrenzen der Schiffsgrößenentwicklung" ist bei der Aktionskonferenz Nordsee e.V. erhältlich.

 
     
   
     
  Pressemitteilung der Aktionskonferenz Nordsee e.V. vom 25.01.2001  
 
Kabeljaubestände in der Nordsee vor Zusammenbruch
Aktionskonferenz Nordsee und Seas At Risks fordern von der Europäischen Union endlich eine verantwortungsvolle Fischereipolitik

 
  Brüssel: 25.01.2001 Die Europäische Kommission und Norwegen haben gestern Sofortmaßnahmen für den Schutz der Kabeljaubestände in der Nordsee vorgelegt. Die Kabeljaubestände befinden sich auf einem historischen Tief. Ohne wirksame Sofortmaßnahmen droht ein Zusammenbruch der gesamte Kabeljaubestände in der Nordsee. Die europäische Union und Norwegen haben daraufhin den Fischfang in bestimmten Gebieten der Nordsee für 10 Wochen verboten. Die Meeresschutzverbände Aktionskonferenz Nordsee (AKN) und die internationale Föderation Seas At Risk (SAR) haben jedoch erhebliche Zweifel, ob diese Maßnahme ausreicht, damit sich der Kabeljau in der Nordsee wieder erholen kann.

Das Fangverbot für bestimmte Fanggründe in der Nordsee soll von Mitte Februar bis Ende April in Kraft treten. AKN und Seas at Risk befürchten jedoch, dass dies nur zu einer Verlagerung der Fischereiaktivitäten in Gebiete führt, die nicht von dem Fangverbot betroffen sind. Der gesamte Fischereiaufwand in der Nordsee wird durch diese Maßnahmen nicht verringert. Der zusätzliche Fischereidruck außerhalb der geschlossenen Gebiete bedroht dabei auch andere Fische wie Scholle oder Flunder. Die negative Effekte werden die positiven Ergebnisse der Sofortmaßnahmen aufheben. Die Umweltverbände sehen daher wenig Chancen, das die verabschiedeten Sofortmaßnahmen zu einer dauerhaften Erhalt der Bestände führen werden. Die EU und Norwegen müssen daher eine wesentlich nachhaltigere Strategie für den Schutz des Kabeljaus entwickelt, inklusive der Verringerung des Fischereiaufwandes.

Zu welchen enormen soziale und wirtschaftliche Folgen die weiteren Ausbeutung der Fischbestände führen kann, hat der Zusammenbruch der Kabeljaubestände vor Neufundland im Jahre 1993 gezeigt. Dort sind über 20.000 Menschen arbeitslos geworden. Der Kabeljaubestand hat sich seitdem nicht mehr erholt.

Nach Ansicht von AKN und Seas at Risk sollte daher die gesamte Nordsee während der Laichzeit geschlossen werden. Nur so kann wirklich sichergestellt werden, dass es auch in den kommenden Jahren noch ausreichend Fisch in der Nordsee gibt.

"Auf lange Sicht wird das Fangverbot in bestimmten Zeiten nicht ausreichen für eine nachhaltige Fischerei in der Nordsee. Nur eine sozial verträgliche Reduktion der Fischereiflotte begleitet von Anreizen für eine umweltverträgliche Fischerei wird den Fischbeständen wie auch den Fischern in der Nordsee ein Überleben ermöglichen", so ein Sprecher der Umweltverbände.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an: Dr. Jürgen Ritterhoff, Aktionskonferenz Nordsee e.V., Tel.: 0421 - 77 6 75

 
     
   
     
  Presseinformation der Aktionskonferenz Nordsee e.V. vom 7.02.2001

 
  Sehr geehrte Damen und Herrn,

die Diskussion auf der gestrigen Veranstaltung "Tiefwasserhafen an der norddeutschen Küste Ja oder Nein?" von Aktionskonferenz Nordsee e.V., Rettet die Elbe eV und dem Bund Kreisgruppe Cuxhaven hat gezeigt, dass es immer noch Uneinigkeit über den Bedarf eines Tiefwasserhafens in Deutschland gibt. Weiterhin ist deutlich geworden, dass es keinen Zeitdruck gibt an der Bedarfsdiskussion vorbei, über den Standort zu verhandeln.
Hintergrundinformationen zu unserer gestrigen Veranstaltung.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an: Nadja Ziebarth, Aktionskonferenz Nordsee e.V.

 
     
   
     
  Presseinformation der Aktionskonferenz Nordsee e.V. vom 01.02.2001  
 
Einladung an die Presse

 
  Sehr geehrte Pressevertreterinnen und Pressevertreter,
die Aktionskonferenz Nordsee e.V., Rettet die Elbe und der BUND Kreisverband Cuxhaven möchten Sie herzlichst einladen zu unserer Diskussionsveranstaltung

 
 

Tiefwasserhafen an der norddeutschen Küste
Ja oder Nein?

6. Februar
19.30 Uhr
Hotel Seepavillon, Bei der Alten Liebe 5, Cuxhaven

Mit: Ulrich Schröder (Bündnis 90 / Die Grünen), Jürgen zur Mühlen (Hafenwirtschaftgemeinschaft Cuxhaven), Herbert Nix (<<Rettet die Elbe>> e.V.), Peter Willers (Aktionskonferenz Nordsee e.V.), Moderation Carsten Uwe Piper (Radio Bremen)

 
  Die Aktionskonferenz Nordsee e.V. hat im Oktober 2000 eine Studie zur Bedarfsanalyse eines Tiefwasserhafens herausgegeben. Aus dieser Studie ergibt sich - und aus Erfahrungen aus den Häfen in Bremerhaven und Hamburg - dass der Bedarf für einen Tiefwasserhafen an der norddeutschen Küste fragwürdig ist. In der Öffentlichkeit wird inzwischen aber leider nur noch verkürzt über die Standortfrage diskutiert.
Für die Umwelt bedeutet aber ein weiterer Hafen: mehr Flußvertiefungen, höheres Risko von Schiffshavarien, Eingriffe in die Natur durch Baumaßnahmen, verstärkte Verkehrsbelastung im Binnenland und einiges mehr.
Wir möchten mit Ihnen diskutieren, ob es wirklich einen Bedarf für einen Tiefwasserhafen an der deutschen Nordseeküste gibt und wie ein umweltfreundliches Hafenkonzept aussehen könnte.

Wir möchten Sie bitten die Veranstaltung in Ihrer Zeitung anzukündigen.

Mit freundlichen Grüssen

AKTIONSKONFERENZ NORDSEE e.V.

Nadja Ziebarth