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Presseinformationen der Aktionskonferenz Nordsee e.V.

 
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Presseinformation vom 1.11.2005

Trilaterale Wattenmeer Konferenz
Umweltminister müssen Zeichen setzen

Am 3. November 2005 findet auf Schiermonnikoog (NL) die 10. Trilaterale Umweltminister Konferenz zum Schutz des Wattenmeers statt. Die Aktionskonferenz Nordsee (AKN) fordert die Umweltminister der drei Anrainerstaaten Deutschland, Niederlande und Dänemark auf, ein deutliches umweltpolitisches Zeichen zu setzen. Hauptproblemfelder sieht die AKN in der Schiffssicherheit, den Offshore Windenergie Planungen und der Hafenplanung.

"Um den Gefahren der Verschmutzung durch die Schiffahrt entgegenzuwirken, fordern wir von den Umweltministern einen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Schiffssicherheit", so Nadja Ziebarth von der Aktionskonferenz Nordsee (AKN). Konkret heißt das, eine Raumplanung (zwischen Schifffahrt und Offshore-Anlagen), Sicherheit der Schifffahrt (Navigation, Schiffsverkehrsmanagement- und Informationssystem), Nothäfen/-liegeplätze (Trilaterale Abstimmung und eine größere Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit) und eine verbesserte Luftüberwachung.

Die Aktionskonferenz Nordsee fordert verstärkte Maßnahmen zum Schutz der Nordsee und des Wattenmeers gegen Ölverschmutzung. Jährlich passieren 34.000 Schiffe die Nordsee vor der Wattenmeerregion, ein Unfall hätte verheerende Folgen für das Wattenmeer. Schon ein kleiner Ölfleck beeinträchtigt die Kälte-Isolierung des Federkleids von Vögeln. Die Tiere verbrauchen mehr Energie, um die Körperwärme zu halten. Der Reinigungstrieb vergiftet die Vögel und schwächt den Nahrungstrieb. Die Tiere sterben völlig entkräftet.

Weiterhin sollten die Umweltminister Planungen von Kabeltrassen der Windoffshore-Industrie durch den Nationalpark Wattenmeer kategorisch ablehnen. "Eine abgestimmte Planung der Kabeltrassen der Windkraftbetreiber muss den bestmöglichen und technisch umweltverträglichsten Weg suchen. Der kann nicht durch einen Nationalpark gehen", so Nadja Ziebarth (AKN).

Auch die geplanten Flussvertiefungen der Weser und Elbe haben negative Auswirkungen auf das Wattenmeer. Durch Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeiten werden die Sedimentverlagerungen im Watt beeinträchtigt. "Ein deutsches Hafenkonzept wäre nicht nur für die Bundesfinanzlage positiv, sondern auch für das Wattenmeer", empfiehlt Frau Ziebarth.

Die Trilaterale Konferenz hat die Chance, das einmalige Ökosystem Wattenmeer "nachhaltig" zu schützen. Die Aktionskonferenz Nordsee ist gespannt, ob diese genutzt und die notwendigen Maßnahmen beschlossen werden.


Weitere Hintergrundinformation
Positionspapier der Umweltverbände zu der "10.Trilateralen Umweltminster Konferenz zum Schutze des Wattenmeers" finden Sie hier ab Donnerstag, den 3.November 2005 download

Hintergrundinformation zu Ölverschmutzungen hier

Für Rücksprachen wenden Sie sich bitte an:
Aktionskonferenz Nordsee e.V., Nadja Ziebarth, Tel: 0421 / 77675



Presseinformation vom 22.06.2005

Schmutziges Geld für saubere Ziele ?

Bayer AG fördert Forschung zur Gewässerreinhaltung

Die National Geographic Society Deutschland hat dieser Tage bekannt gegeben, dass ihre renommierte und ehrwürdige Institution gemeinsam mit dem Chemieriesen Bayer AG ein Forschungsprogramm zum Gewässerschutz zu fördern beabsichtigt. Gefördert werden sollen speziell Wissenschaftler im deutschsprachigen Raum. Das Programm wird mit 250.000 Euro ausgestattet.

Es steht außer Frage, dass der Mangel an Süßwasser weltweit zu einem der größten Menschheits- und Umweltprobleme geworden ist. Für die Aktionskonferenz Nordsee (AKN) allerdings stellt sich der Umstand, dass ausgerechnet die Bayer AG als einer der größten globalen Gewässerverschmutzer diese Forschung sponsert, als eine schamlose Public-Relations-Kampagne dar.

AKN und andere nationale und internationale Umweltorganisationen weisen schon seit Jahrzehnten auf die skrupellose Verschmutzungspraxis von Bayer hin. In politischen Verhandlungen ist es Bayer und den Chemieverbänden jedoch immer wieder gelungen, notwendige Neuregelungen zum Gewässerschutz zu hintertreiben.

Forschung und Forschungsförderung sind wichtig, das ist unbestritten. Wenn Bayer jedoch – wie sie betonen – am schonenden Umgang mit Wasser wirklich gelegen wäre, könnte das Unternehmen mit nachhaltiger Wirkung im eigenen Hause anfangen.

AKN hat National Geographic gebeten, seine fragwürdige Kooperation noch einmal zu überdenken. Und an die Wissenschaft, unter anderem den Bremer Meeresgeologen Professor Gerold Wefer, appelliert AKN, Forschung nicht mit schmutzigem Geld aus der Portokasse von Bayer zu finanzieren und sich nicht zu nützlichen Idioten der Chemieindustrie machen zu lassen.


Weitere Information: Peter Willers, Tel. 0421 / 242688 oder 0172 / 9920435



Presseinformation vom 24.01.2005

Aus Anlass der 4. Nationalen Maritimen Konferenz am 24./25. Januar 2005 in Bremen
fordern die Natur- und Umweltschutzverbände in einem gemeinsamen Positionspapier einen


Kurswechsel in der Hafenpolitik

Das geplante Seehafenkonzept der Bundesregierung muss gemeinsam von Bundesumweltministerium und Bundesverkehrsministerium unter Beteiligung der Naturschutzverbände und der Öffentlichkeit erarbeitet werden und den Anforderungen der Nachhaltigkeit Rechnung tragen. Im Gegensatz zur bisherigen Hafenpolitik muss es neben wirtschaftlichen und sozialen Belangen auch dem Natur- und Umweltschutz gerecht werden. Dabei sind aus Sicht der Umweltverbände zumindest folgende Eckpunkte zu beachten:

- Die ökologische Situation von Elbe, Weser und Ems darf nicht durch weitere Flussvertiefungen verschlechtert werden. Dabei sind die Vorgaben des europäischen Naturschutz- und Umweltrechts konsequent anzuwenden.

- Wertvolle und geschützte Lebensräume im Fluss- und Uferbereich wie Flachwasserzonen und Auwälder sowie geschützte Arten dürfen durch Flussausbaumaßnahmen nicht direkt oder indirekt beeinträchtigt werden.

- Die Auslastung der bestehenden Hafenanlagen und die Zusammenarbeit der Hafenstandorte können und müssen wesentlich verbessert werden, bevor durch staatliche Förderung neue Infrastruktur oder Umschlagskapazitäten geschaffen werden. Sofern ein Tiefwasserhafen an der deutschen Nordseeküste volkswirtschaftlich erforderlich sein sollte, ist nur ein Hafenstandort bzw. seine seeseitige Zufahrt auf das unbedingt notwendige Maß auszubauen.

- Der Ausbau der Hinterlandanbindung der Häfen muss auf das zwingend Notwendige begrenzt werden sowie natur- und umweltschonend erfolgen. Umweltverträgliche Verkehrsträger sind zu bevorzugen, Biotopzerschneidungen durch neue Trassen zu vermeiden.

- Überkommene Rahmenbedingungen wie die Länderhoheit in der Hafenplanung und der Staatsvertrag von 1922 über die seeseitigen Hafenzufahrten, die zur heutigen Konkurrenz der Hafenstandorte um öffentliche Mittel geführt haben, müssen ohne Tabus hinterfragt werden.

- Auf nationaler und europäischer Ebene müssen direkte und indirekte Subventionen für die Hafenwirtschaft offen gelegt und abgebaut werden, um das Kostendeckungs- und Verursacherprinzip konsequent anwenden zu können.

- Bund und Länder dürfen bis zur Fertigstellung des Hafenkonzeptes keine politischen Entscheidungen und behördlichen Genehmigungen für Hafen- und Flussausbauprojekte erteilen, damit die Ergebnisse berücksichtigt werden können.

- Künftig dürfen keine Projekte durch Bund und Länder finanziert oder gefördert werden, die nicht den Anforderungen eines nachhaltigen Hafenkonzeptes gerecht werden.


Download: "Ein zukunftsfähiges Hafenkonzept (nicht nur) für die deutsche Nordseeküste"


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Aktionskonferenz Nordsee (AKN), Bremen, Nadja Ziebarth (0421) 776 75
BUND
Landesverband Bremen, Martin Rode (0421) 79 002-21
Landesverband Hamburg, Manfred Braasch (040) 600 387-13
Landesverband Niedersachsen, Hannover, Marita Wudtke (0511) 96569-18
Förderkreis Rettet die Elbe e.V., Hamburg, Herbert Nix (040) 87 00 73 67
WWF-Deutschland - Fachbereich Meere und Küsten, Bremen, Uwe Johannsen (0421) 658 46-19


Unterstützer
DNR Deutscher Naturschutz Ring
NABU Naturschutzbund
VCD Verkehrsclub Deutschland



Presseinformation vom 14.12.2004

Zwei Milliarden für jedes zehnte Schiff

Umweltverbände legen Forderungskatalog für ein nationales Hafenkonzept vor

Hamburg, 14.12.2004 Elbvertiefung, Weservertiefung, Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven und Hafenausbau in Bremerhaven: In Norddeutschland findet derzeit ein Wettlauf der Hafenstandorte um die Containerschiffe der Zukunft statt. Bei aller Konkurrenz haben die Ausbauten eines gemeinsam: Die Kosten trägt im Wesentlichen der Steuerzahler - rund zwei Milliarden Euro für Maßnahmen, die auch langfristig nur jedes zehnte Schiff betreffen.

Die Umweltverbände Aktionskonferenz Nordsee (AKN), BUND, Rettet die Elbe und der WWF fordern deshalb eine grundsätzliche Abkehr von der Kirchturmpolitik der Hafenstandorte - nicht nur wegen der hohen Kosten, sondern auch wegen der verheerenden Auswirkun-gen auf die Ökosysteme der Flüsse und der Küsten. "Die Strombaumaßnahmen an der Unterelbe haben seit 1962 zu einem Rückgang der Vorlandflächen um mehr als 70 Prozent geführt. An der Weser sind in den letzten 100 Jahren fast 80 Prozent der Flachwasserzonen verloren gegangen", sagen die Verbände.

Sie unterstützen deshalb die Forderung von Bundesumweltminister Jürgen Trittin nach einem nationalen Hafenkonzept, das die Seehäfen auf eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Arbeitsteilung festlegen soll. Zusammen legten sie einen umfassenden Forderungskatalog vor, der Grundlage eines solchen Konzepts sein müsse. Dazu gehört eine umfassende Analyse, die sowohl die ökologischen Fakten beinhaltet, als auch die Entwicklung des Schiffsverkehrs und die hoch subventionierten Rahmenbedingungen für die Hafenwirtschaft.

Den Bundeswirtschaftsminister und den Bundesverkehrsminister forderten die Verbände auf, das Vorhaben des Umweltministers zu stützen und schon aus Eigeninteresse ein Hafenkonzept aus einem Guss vorzulegen. Nur so könne sich die Bundesregierung gegen die Standort-egoismen der Bundesländer und der Hafenstandorte durchsetzen.

Für die Verbände steht außerdem im Vordergrund, dass sowohl die Öffentlichkeit als auch die Umweltorganisationen an der Erstellung des Hafenkonzepts beteiligt und vorab keine weiteren Fakten geschaffen werden. "Bis zur Fertigstellung des Hafenkonzepts dürfen keine weiteren Genehmigungen für Hafen- oder Flussausbauten erteilt werden", so die Verbandssprecher

Download: "Ein zukunftsfähiges Hafenkonzept (nicht nur) für die deutsche Nordseeküste"

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Nadja Ziebarth, Aktionskonferenz Nordsee e.V., Tel: 0421-77675
Paul Schmid, BUND, Tel. 040-600 387 12
Herbert Nix, Rettet die Elbe, Tel. 040-39 30 01
Uwe Johannsen, WWF, Tel: 0421-65846-19