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Presseinformationen der Aktionskonferenz Nordsee e.V.
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Presseinformation vom 21.01.2008
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Luftverschmutzung im Hafen darf nicht verharmlost werden
Europaweit 20.000 Tote alleine durch Schiffsemissionen
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Anlässlich der kursierenden Zahlen über Luftverschmutzungen aus den Schiffsschornsteinen im Hafen, findet eine Vernebelungstaktik der Politik und Hafenwirtschaft statt, die die Aktionskonferenz Nordsee stark kritisiert. "Nur" 5% der gesamten Schiffsemissionen landen im Hamburger Hafen und damit im Stadtgebiet. Dieser relativ geringe Prozentsatz wird von den Behörden genannt, als wäre das im Vergleich zu den gesamten Schiffsemissionen harmlos. Dabei wird jedoch die Nähe zu Wohngebieten völlig vernachlässigt. "Emissionen mitten in der Stadt, wirken ummittelbarer auf die Gesundheit der Menschen, als Emissionen auf See", so Nadja Ziebarth von der Aktionskonferenz Nordsee e.V. (AKN).
Das Thema Schiffsemissionen ist inzwischen stark emotional besetzt. Die Veröffentlichung einer Studie der Universität von Delaware (James Corbett etal.) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums vom Oktober 2007 zu Todesfällen durch die Schadstoffe aus den Schornsteinen der Schifffahrt hat bei den Akteur/innen der Hafenwirtschaft einen sensiblen Nerv getroffen. Darin werden für das Jahr 2002 allein 60.000 Tote weltweit den Schiffsemissionen zugerechnet. Ein Drittel dieser Sterblichkeitsziffer (20.000 Tote) entfällt allein auf Europa mit einem prognostizierten Anstieg von 40 % bis 2012.
Doch statt die Warnsignale aus den Reihen der Wissenschaft zu diesem schon längst bekannten Problem ernst zu nehmen und endlich Lösungsvorschläge anzubieten und umzusetzen, versteigen sich jetzt die Vertreter/innen aus Politik, Behörden und Hafenwirtschaft zu Beschwichtigungsmanövern.
Vergessen scheint auch der Schock nach dem Luftschadstoffgutachten zum Kreuzfahrtterminal. "Hier wird Politik des Kleinredens betrieben", so die AKN Vertreterin. Bewohner/innen der hafennahen Viertel, Hafenarbeiter und Schiffsbesatzungen bleiben bei dieser Politik der schönen Worte auf der Strecke. "Der Landstromanschluss für Schiffe, die im Hafen liegen, ist eine mögliche und effektive Lösung für die Reduktion der Emissionen im Hafen", so Nadja Ziebarth.
Anlässlich der Verkehrsgerichtstage am 24./25.1.2008 weist die Aktionskonferenz Nordsee auf ihre Forderungen für die Reduktion von Schiffsemissionen hin. "Hier müssen Maßnahmen breit angesetzt werden", so Beate Lange von der AKN. Denn natürlich müssen sowohl im Hafen als auch auf See die Emissionen reduziert werden.
AKN fordert daher:
- Weltweites Verbot von Schweröl als Schiffstreibstoff
- Durchsetzung strengerer Emissionsstandards für Schiffe im Revier und Hafen
- Ausschöpfen der Möglichkeiten zur Landstromversorgung während der Liegezeit im Hafen
Für Rücksprachen wenden Sie sich bitte an:
Aktionskonferenz Nordsee e.V.
Nadja Ziebarth und Beate Lange
Tel: 0421 / 77675
Website von James Corbett: http://www.ocean.udel.edu/people/profile.aspx?jcorbett
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Presseinformation vom 09.01.2008
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Munitions-Unfälle - und kein Ende...
AKN-Zeitschrift WATERKANT veröffentlicht erste
umfassende Statistik für Ostsee-Bereich
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Mindestens 168 Tote sowie mehr als 250 überwiegend schwer Verletzte seit Ende des Zweiten Weltkriegs allein in Deutschland - das ist die erschreckende Bilanz der ersten umfassenden Statistik über Unfälle mit Munitionsaltlasten und versenkten Giftkampfstoffen in der Ostsee. "Ein Ende ist nicht absehbar", resümiert der Koblenzer Meeresbiologe Dr. Stefan Nehring, der diese Statistik exklusiv im aktuellen Heft der Zeitschrift WATERKANT veröffentlicht hat: "Immer wieder werden neue Zwischenfälle in der Fischerei und an Stränden bekannt - und nach wie vor wird versucht, sie zu vertuschen oder zu verharmlosen."
Wie die Redaktion der Zeitschrift, die von der in Bremen ansässigen "Aktionskonferenz Nordsee" (AKN) herausgegeben wird, mitteilt, hat Nehring für den Zeitraum zwischen Juni 1945 und August 2007 insgesamt 117 Vorfälle für den deutschen Ostsee-Bereich aufgelistet und ausgewertet. Die Zusammenstellung erhebe dennoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weil noch immer Akten zurückgehalten würden - sie sei aber in dieser Form die bislang einzige und umfassendste ihrer Art weltweit. Auch für den Nordsee- Bereich sei eine entsprechende Bilanz in Vorbereitung, sie werde in der März-Ausgabe der Zeitschrift WATERKANT veröffentlicht.
Nach Nehrings Untersuchung ist allein für die westliche Ostsee von weit mehr als 100.000 Tonnen Altmunition - übrig gebliebene oder "entsorgte" Seeminen, Torpedosprengköpfe, Wasserbomben oder Giftgasgranaten - auszugehen. "Grundsätzlich", so der Experte in der WATERKANT, "behält Munition auch unter Wasser für längere Zeit ihre Funktionalität und kann, wenn der Zünder vorhanden ist, vor allem bei mechanischer Einwirkung ihre volle Wirkung entfalten." Sogar heute noch finde man Munition, deren technischer Zustand auch nach mehr als 60 Jahren einwandfrei sei.
Zwar datiere der letzte dokumentierte Todesfall beim Umgang mit diesen Altlasten in Deutschland aus dem Jahre 1957, ?aber bis heute werden regelmäßig Vorfälle bekannt und führen oft zu erheblichen Verletzungen?, erläutert Nehring. Immer wieder aber sei festzustellen, dass solche Unfälle seitens der Behörden beschönigt, vertuscht oder anderen Ursachen zugeschrieben würden. "Das Bemühen, das Problem "Munitionsaltlasten im Meer" gar nicht erst in die öffentliche Diskussion kommen zu lassen, ist unverkennbar", kritisiert der Wissenschaftler. Eine gesetzliche Meldepflicht für alle Munitionsfunde sowie potenziell auf Altmunition zurückzuführende Unfälle und Verletzungen sei dringend erforderlich: "Und es muss gewährleistet sein, dass diese Statistiken öffentlich zugänglich sind." Nur so könne die notwendige Diskussion über Möglichkeiten einer organisierten Entsorgung politisch geführt werden.
Für Rückfragen wenden Sie sich an
Nadja Ziebarth, Aktionskonferenz Nordsee e.V. 0421-77675, Nadja.Ziebarth@aknev.org
oder
Dr. Stefan Nehring, Telefon 0 261-133 03 98
Hinweis für die Redaktionen:
Der vollständige Artikel aus der Waterkant steht ab sofort im Internet unter www.waterkant.info
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Presseinformation vom 20.12.2007
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Visionen - statt Bagger und Beton
Offener Brief an Verkehrsminister Tiefensee
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In einem Offenen Brief haben drei Umweltschutz-Initiativen bei Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee die Vorlage eines "sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich optimierten" Gesamtkonzepts für die deutschen Nordseehäfen angemahnt. Die Aktionskonferenz Nordsee (AKN), der Förderkreis "Rettet die Elbe" und die Schutzgemeinschaft Jade-Region (SJR) erinnern den Minister unmittelbar vor Jahresschluss an sein diesbezügliches Versprechen vom Sommer dieses Jahres in Otterndorf bei Cuxhaven. Zugleich aber kritisieren die drei Verbände erneut die bisherige Ausrichtung von Hafenpolitik auf neue Kajen und immer weitere Fahrwasservertiefungen.
Insbesondere beanstanden die Initiativen die aktuellen Pläne für einen Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven: Dessen Inbetriebnahme könnte "anderen Nordrangehäfen eine Nachrüstung aufzwingen", indem diese "einen Teil ihrer knappen Steuermittel zu Lasten der Umwelt mit der Vertiefung ihrer seewärtigen Zufahrten verpulvern". Die See-Transportkosten zwischen Ostasien und der Nordrange betrügen im Verhältnis zum Weitertransport ins Hinterland nur 20 Prozent der Gesamtkosten, bilanzieren die Verbände: "In diesen Kosten sind die öffentlichen Infrastrukturaufwendungen für den Fahrwasser- und Hafenbau für einige überdimensionierte Groß-Containerschiffe aber nicht enthalten." Mensch, Natur und Staatshaushalte hätten somit "für eine Partialoptimierung der Transportkette zu Gunsten der Reeder die Zeche zu zahlen".
Mit Blick auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich der Folgen des Klimawandels fordern AKN, Rettet die Elbe und SJR in ihrem in der AKN-Zeitschrift WATERKANT veröffentlichten Brief vom Verkehrsminister zugleich den Mut zu Visionen. So könne ein v"Containerbarge-Carrier"-System müsse ernsthaft geprüft werden: "Dieses Schwimmdockschiff könnte mehrere seetüchtige Containerbargen transportieren, die vor der Küste ausgedockt und, mit Schubschleppern hydraulisch verkoppelt, zu einer größeren Auswahl an Bestimmungshäfen bugsiert würden." Reeder, Häfen und öffentliche Haushalte könnten von solchen Ansätzen wirtschaftlich profitieren, mahnen die drei Verbände - "und der Verbrauch von Naturressourcen würde sich auf Unterhaltung bereits vorhandener Infrastruktur beschränken".
"Wir würden es begrüßen, wenn Sie, Herr Minister, solche durchaus futuristischen Szenarien in die versprochene Entwicklung Ihres Gesamtkonzeptes für die deutschen Nordseehäfen einbeziehen würden. Denn Ihr Konzept wird langfristige Auswirkungen haben - und die Zukunft rückt rasch näher...".
Den offenen Brief können hier downloaden
Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an:
Aktionskonferenz Nordsee e. V. (AKN), Burkhard Ilschner
Kreuzstraße 61, 28203 Bremen
info@aknev.org
Förderkreis »Rettet die Elbe« e. V. (RdE), Herbert Nix
Nernstweg 22, 22765 Hamburg
Telefon 040 87 00 73 67, Foerderkreis@rettet-die-elbe.de
Schutzgemeinschaft Jade Region e. V. (SJR), Jochen Martin
Schulstraße 115, 26384 Wilhelmshaven
Telefon 04421 - 34734, martin.jochen@t-online.de
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Presseinformation vom 18.10.2007
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Rheinministerkonferenz in Bonn:
Hoffnung auch für die Nordsee?
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Am 18. Oktober 2007 treffen sich die für den Schutz des Rheins zuständigen Ministerinnen und Minister der angrenzenden Länder um die zukünftige Rheinschutzpolitik festzulegen. Da in den bisherigen Maßnahmenprogrammen die Bedeutung des Rheins als größter Nordseezufluss kaum beachtet wurde, weisen die Aktionskonferenz Nordsee (AKN) und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) darauf hin, dass der Schutz der Nordsee dringend in die Überlegungen einbezogen werden muss.
Die Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität des Rheins, seiner Nebenflüsse und des zusickernden Grundwassers dürfen sich nicht nur an den Bedürfnissen des Binnenlandes orientieren. Letztendlich muss auch die Nordsee, die als letzte Senke alle Schadstoffe aufnimmt, Beachtung finden. Insbesondere die Eutrophierung durch den Zufluss des nitratreichen Rheinwassers muss dringend gestoppt werden. Gerade die durch die zu hohe Nährstoffbelastung immer wieder auftretenden Massenvermehrung der Algen machen den Umweltverbänden Sorgen. Dieses massive Algenwachstum gefährdet das Ökosystem. Dramatisch war der Vorfall im Juni dieses Jahres bei dem eine vor der Westküste von Sylt treibende Algenwolke zum Tode von Millionen Heringen führte. Die Massenvermehrung und anschließenden Abbau der abgestorbenen Algen haben dabei zu einem lokalen Sauerstoffloch geführt, in dem ein Heringsschwarm geriet.
Der VSR-Gewässerschutz, eine Mitgliedsinitiative des BBU, stellte am 7. Oktober im Rhein kurz vor der niederländischen Grenze eine Nitratkonzentration von 12 Milligramm pro Liter (mg/l) fest. "Die Nitratfracht des Rheins hat sich trotz intensiven kommunalen Kläranlagenausbaus seit 1980 bis heute nicht wesentlich geändert und führt zu einer viel zu hohen Nährstoffbelastung in der Nordsee", so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende vom VSR-Gewässerschutz. Der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung weist in Ihrem Umweltgutachten 2004 darauf hin, dass das Flusswasser nicht mehr wie 0,6 mg/l bis höchstens 1,8 mg/l Gesamtstickstoff enthalten sollte. Dies entspricht umgerechnet einer Nitratkonzentration von höchstens 8 mg/l, die aktuell überschritten wird.
Probleme liegen vor allem bei dem regional stark mit Nitraten belasteten, zusickernden Grundwassers. Die punktuellen Belastungen aus kommunalen Kläranlagen sowie Einleitungen der Industrie konnten in den letzten Jahren verringert werden. Anders ist es bei dem Zufluss der diffusen Einträge. Hier tat sich in den letzten Jahres kaum etwas. Die Stickstofffracht des Rheins stammt heute zu über der Hälfte aus dem zusickernden Grundwasser. Hier sind die Minister gefordert weitergehende Maßnahmen zu beschließen. "Solange keine Trendumkehr bei der gegenwärtigen Düngerpraxis vollzogen wird, ist in Bezug auf den Nitratgehalt des Grundwassers mindestens mit einer gleich bleibenden oder sogar mit einer weiter zunehmenden Belastung zu rechnen." so der SRU in seinem Umweltgutachten 2004.
Die Eutrophierung der Nordsee kann nur reduziert werden, wenn diese Nährstoffeinträge aus dem Binnenland verringert werden. Der Nordseeschutz beginnt beim Grundwasserschutz. Leider nehmen dies viele verantwortliche Politiker nicht wahr oder sehen sich dafür nicht als zuständig an. Die für die Rheinschutzpolitik zuständigen Minister müssen dringend Maßnahmen beschließen die die Nitratbelastung des Rheins deutlich senken - nur so kann man das Ökosystem Nordsee schützen.
Kontakt: Harald Gülzow, Vorstandsmitglied BBU
Tel.: 0170 3856076
Aktionskonferenz Nordsee, Kreuzstr. 61, 28203 Bremen
Tel. 0421 77675, Fax 0421 78931, www.aknev.org
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Prinz-Albert-Sr. 73, 53113 Bonn
Tel. 0228 214032, Fax 0228 214033, www.bbu-bonn.de
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Presseinformation vom 07.05.2007
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Abschlusserklärung ohne uns!
Bundesministerium für Verkehr versucht Bremer Erklärung zur "EU-Meerespolitik" als Konsens zu verkaufen
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Zum Abschluss der EU-Konferenz "Meerespolitik" vergangene Woche in Bremen hat das Bundesverkehrsministerium (BMVBS) eine "Bremer Erklärung zur künftigen Meerespolitik der EU" veröffentlicht. Die Erklärung enthielt so genannte "konsensfähige Themen und mögliche Aktionen", die allerdings nicht mit den Teilnehmer/innen der Konferenz abgestimmt, gleichwohl schon zuvor gegenüber der Presse als solche ausgegeben worden war.
Die "Aktionskonferenz Nordsee" (AKN) und die internationale Meeresschutzföderation "Seas at Risk" haben sich während des Abschlussplenums der Konferenz explizit von der Erklärung distanziert und das Vorgehen des BMVBS kritisiert. Dennoch verbreitet das Ministerium (zum Beispiel auf seiner Webseite) die Erklärung weiterhin als "Konsensmeinung der Konferenzteilnehmer/innen". Mit Partizipation, integrativem Ansatz o.ä. hat das leider nichts zu tun und zeugt von schlechtem Stil.
Die Konferenz als solche war in großen Teilen eine Wirtschaftslobby-Veranstaltung, bei der Umweltaspekte nur als "Lippenbekenntnis" formuliert wurden. "Damit hat die Konferenz leider eine Chance vergeben!", kritisiert Nadja Ziebarth als AKN-Sprecherin.
Für Rücksprachen wenden Sie sich bitte an:
Aktionskonferenz Nordsee e.V., Nadja Ziebarth, Tel: 0421 / 77 675
eMail: Nadja.Ziebarth@aknev.org
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Presseinformation vom 04.05.2007
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Alles nur Lippenbekenntnisse!
Die Meerespolitik der EU dreht sich nur um Wirtschaftsinteressen
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"Ob EU-Vizepräsident, Kanzlerin oder Kommissare - alle reden nur von maritimer Wirtschaft und hier vor allem von Schifffahrt und Häfen." So lautet eine erste Zwischenbilanz der "Aktionskonferenz Nordsee" (AKN) nach dem ersten Tag des Bremer EU-Kongresses zum "Grünbuch Meerespolitik": Das Meer werde anscheinend nur noch als "Meeresautobahn" wahrgenommen, kritisierte AKN-Sprecherin Nadja Ziebarth.
"Meeresschutz spielt bei der Bremer EU-Konferenz zum Grünbuch keine Rolle oder wird gar zum Feindbild erklärt", verwies Ziebarth auf "empörende" Äußerungen des Bremer BLG-Chefs Detthold Aden. Der hatte in seiner Eigenschaft als Präsident des Zentralverbands Deutscher Seehafenbetriebe (ZDS) und damit im Namen aller deutschen Häfen die Aufhebung der geltenden Naturschutzvorschriften - von FFH- bis Wasserrahmenrichtlinie - für sämtliche Häfen und ihre Zufahrten gefordert. "Ein unverantwortlicher Ruf nach einem Freibrief für alle Ausbaumaßnahmen", kommentierte die AKN-Sprecherin. "Im Übrigen: Wenn es schon nur um Nutzungsinteressen geht, wo bleiben dann in dieser Diskussion die Fischerei, die Nährstoff- und Chemikalieneinträge, Sand- und Kiesentnahme, Militäraktivitäten, Öl- und Gasförderung, Tourismus, Offshore-Windkraft-Anlagen und so weiter? Die Konferenz entpuppt sich als bedenklich einseitig."
Erneut erinnerte Ziebarth an die Eröffnungsrede von Bundeskanzlerin Angela Merkel: Die habe zwar mit ihrem Plädoyer sowohl für einen schutzbedürftigen Eigenwert des Meeres als auch für dessen intensivierte, aber "nachhaltige" Nutzung geschickt alle Anwesenden bedacht- nur habe die maritime Wirtschaft um Herrn Aden oder den Papenburger Werftkönig Meyer offenbar nicht vor, "ihrer" Kanzlerin auch nur ansatzweise zu folgen. "Es ist beschämend, dass sich die Erwartungen schon mit Abstrakta wie "Eigenwert" zufrieden geben müssen statt dass über konkrete Schutzmaßnahmen geredet wird", so Ziebarth.
Die AKN hat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee aufgefordert, von den norddeutschen Küstenländern eine Verständigung über ein gemeinsames deutsches Hafenkonzept einzufordern, bevor weitere Flussvertiefungs- und Ausbaupläne genehmigt und aus Steuermitteln finanziert werden. Weiterhin forderte die AKN Tiefensee auf, sich innerhalb der EU für ein gemeinsames Auftreten auf der nächsten IMO-Sitzung im Juli 2007 stark zu machen, wenn die Schifffahrtsorganisation der UNO über die nächsten Schritte für eine Verbesserung der Schiffstreibstoffe berät und beschließt.
"Vor der Konferenz waren wir schon skeptisch über die mangelnde Berücksichtigung der Meeresumweltinteressen im vorliegenden Grünbuch", bilanzierte Ziebarth, "aber jetzt wird deutlich, dass dieses Grünbuch ein Wirtschaftskonzept ist - und Meeresschutz nur ein Lippenbekenntnis."
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Presseinformation vom 09.02.2007
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"Keine Antwort ist auch eine Antwort"
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- das alte Sprichwort hat sich am Donnerstag in Bremerhaven einmal mehr bewahrheitet: Beim ersten Erörterungstermin für die geplante erneute Ausbaggerung von Unter- und Außenweser sind sowohl die Träger des Vorhabens als auch die Vertreter der Planfeststellungsbehörde alle wesentlichen Antworten schuldig geblieben.
Obwohl die "Aktionskonferenz Nordsee" (AKN) und der Förderkreis "Rettet die Elbe" (RdE) schon im vergangenen Sommer, vor mehr als einem halben Jahr, im Zuge ihrer Einwendung gegen die Baggerpläne die von den Planern vorgelegten Bedarfsanalysen und -zahlen als lückenhaft oder falsch zurückgewiesen hatten, konnten - oder wollten - die Vorhabensträger auch gestern in keinem einzigen Punkt fehlende Angaben nachreichen oder falsche korrigieren.
In einem achtstündigen Verhandlungsmarathon vor rund 150 Teilnehmern wurde zwischen Umweltschutzvertretern und Planern um TEU-Gewichte, tatsächliche Schiffstiefgänge oder Schiffsauslastungen gestritten, ohne dass die entscheidende Frage auch nur annähernd beantwortet worden wäre: "Die erneute Vertiefung von Unter- und Außenweser", bilanzierten Nadja Ziebarth (AKN) und Herbert Nix (RdE) die Diskussion, "ist überflüssig, teuer und für Umwelt wie Anlieger schädlich".
Als kritikwürdig bezeichneten beide Umweltverbände auch die Organisation der Erörterung, zu der rund 1000 Menschen und Verbände Einwendungen geltend gemacht haben. Zum einen zielt die Kritik auf die enge Verflechtung von Projektträgern, Planbehörde und nutznießender Wirtschaft. Ein Befangenheitsantrag von RdE und AKN gegen die Vertreter der Planfeststellungsbehörde als Veranstaltungsleitung sorgte zwar am Morgen für ein bisschen Aufregung, wurde aber am Abend - wenig überraschend - vom Chef der Wasser- und Schifffahrstdirektion Nordwest (Aurich) zurückgewiesen.
Zum anderen stieß auch die aufwändige Aufsplittung der Erörterung in zwei Blöcke für Verbände (8.-13.2.) und Einzeleinwender (15.-20.2.) auf Befremden nicht nur bei AKN und RdE: Die Bürgerinnen und Bürger, die sich aus berechtigter Sorge individuell gegen die Baggerpläne zu wehren versuchen, würden damit gehindert, das geballt vorgetragene Expertenwissen der Verbände auch in ihren Begründungen nutzen zu können.
Für Rücksprachen wenden Sie sich bitte an:
Aktionskonferenz Nordsee e.V., Nadja Ziebarth, Tel: 0421 / 77675
eMail: Nadja.Ziebarth@aknev.org
Förderkreis »Rettet die Elbe« eV, Hamburg, Herbert Nix, Tel. 040 / 87 00 73 67
eMail: foerderkreis@rettet-die-elbe.de, www.rettet-die-elbe.de
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Presseinformation vom 28.02.2007 |
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Dreck aus dem Schiffsschornstein
Aktionskonferenz Nordsee nimmt Schiffe unter die Lupe
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Klimaveränderungen und Luftemissionen sind in aller Munde. Dabei werden meistens die Emissionen landseitiger Quellen diskutiert. Wie aber Studien der EU zeigen, nehmen die Emissionen aus der Schifffahrt einen immer größeren Anteil der Luftverschmutzungen in Europa ein. Das liegt primär daran, dass Treibstoffe von Schiffen im Vergleich zu Landfahrzeugen eine extrem schlechte Qualität haben. "An Land würden Schiffe wie Sondermüllanlagen behandelt werden", so Nadja Ziebarth von der Aktionskonferenz Nordsee (AKN).
Der kommerzielle Seeschiffsverkehr hat gerade auf den bedeutsamen Schifffahrtsstraßen von Nord- und Ostsee erheblich zugenommen. Die Seeschifffahrt bringt dabei mehrere gravierende Umweltbelastungen und -risiken mit sich. Verschiedenste Emissionen von Schiffen tragen zur Verschmutzung der Umwelt bei.
So setzen Schiffe Luftschadstoffe, Treibhausgase und ozonschädigende Substanzen in die Atmosphäre frei, die noch 1000 km landeinwärts wirksam werden. Erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Küstenbewohner und Umwelt sind unausweichlich und schon 2003 durch die WHO (World Health Organisation) untersucht worden. So führt die hohe Feinstaubbelastung, die zu 20-30% auf Schiffsemissionen zurückzuführen ist, nach den WHO-Berechnungen unter anderem zu einer Reduktion der Lebenserwartung von 1-2 Jahren und zu ca. 100.000 Todesfällen im Jahr.
Bei besonders hohem Schifffahrtsaufkommen ist die Belastung durch Schiffsemissionen in der direkten Umgebung der Häfen sogar noch deutlicher. Dass Schiffsemissionen in Häfen eine entscheidende Rolle spielen, zeigt eine in 1995 von der Umweltbehörde in Hamburg veröffentlichte Graphik: 80% der Schwefelgehalte und 20% des Feinstaubes stammen danach aus dem Hamburger Hafen. Diese Zahlen wurden allerdings nie aktualisiert. Das Luftschadstoffgutachten für den Kreuzfahrtterminal in der HafenCity Hamburg von 2006 erhärtet den Verdacht, dass die Schiffsemissionen für die allgemeine Luftgüte eine viel größere Rolle spielen, als bislang von politischer Seite zugegeben wurde. "Das macht uns schon seit Jahren skeptisch", so Beate Lange von der AKN. "Nun haben wir bald die Möglichkeit, unabhängig vom politischen Kalkül, Zahlen auf den Tisch zu legen."
Ziel der AKN Studie ist, der Öffentlichkeit zu zeigen, wo die schiffahrtsbedingten Luftverschmutzungen herkommen. Politik und Verursacher (sprich: Reeder) sollen unter Handlungsdruck gesetzt werden. "Es kann doch nicht sein, dass an Land - zu Recht - hohe Standards entwickelt werden, während auf See hemmungslos Dreck in die Luft geschleudert wird", so Nadja Ziebarth.
Das AKN Projekt wird vom Umweltbundesamt gefördert. Die Studie wird Ende April 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Für Rücksprachen wenden Sie sich bitte an:
Aktionskonferenz Nordsee e.V.,
Nadja Ziebarth und Beate Lange
Tel: 0421 / 77675
eMail: Nadja.Ziebarth@aknev.org und Beate.Lange@aknev.org
Weitere Informationen zu Schiffsemissionen finden hier
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