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Programm zur Tagung der Aktionskonferenz Nordsee
NORDSEE - VISIONEN
18 Jahre nationale und internationale Nordseeschutz-Politik
- Bilanz und Ausblick -
10./11. November 2001 in Bremen
Atlantic Hotel Universum
Wiener Str. 2
Vor nun fast 18 Jahren begann ein politischer Prozess, der zum Ziel hatte, "unser" Meer vor den negativen Folgen der menschlichen Lebens- und Wirtschaftsweise zu schützen. Die Umweltminister der Nordsee-Anrainerstaaten mühten sich in der Zeit in vier großen Konferenzen, politische Vorgaben für konkretes Handeln in diese Richtung zu formulieren. Was aber hat sich wirklich zum Positiven verändert? Eine Bilanz ist ernüchternd. Die meisten Absichtserklärungen blieben Papier. Noch immer wird das Meer ausgebeutet und als Müllkippe Nordeuropas missbraucht. Noch immer geht Nutzung vor Schutz.
Dagegen anzugehen ist in Zeiten der Globalisierung und damit einhergehendem
Verlust demokratischer Einflussmöglichkeiten nicht einfacher geworden. Umso wichtiger ist es, Bürgerwillen zu artikulieren und neue Formen demokratischer politischer Mitsprache und Mitentscheidung einzufordern.
Wir müssen den Mut haben, aus vermeintlichen wirtschaftlichen Sachzwängen auszubrechen und unser Verhältnis zur Natur und zum Meer unvoreingenommen neu zu bestimmen. Und wir sollten dabei auf die Stimmen engagierter junger Menschen hören, die eines Tages mit den Hinterlassenschaften rücksichtslosen Wirtschaftens fertig werden müssen.
Wir wollen versuchen, aus dem Spannungsfeld verschiedener Sichtweisen, dem Wünschbaren, dem ökologisch Notwendigen und der Realität umsetzbare Strategien und konkrete Schritte in die richtige Richtung zu formulieren. Die Themen der Tagung werden jeweils auch von den Ministern auf der 5. Internationalen Nordseeschutzkonferenz im März 2002 in Bergen verhandelt. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen unserer Tagung und eine zu diskutierende "Bremer Charta" werden der Öffentlichkeit und den Ministern in Bergen als Forderungskatalog präsentiert.
In einem vorab laufenden Schulwettbewerb der Aktionskonferenz Nordsee werden Kinder und Jugendliche ihre Vorstellungen von der Nordsee im Jahre 2020 - nach weiteren 18 Jahren - darlegen. Ihre Arbeiten werden auf der Tagung ausgestellt.
Grußwort von Prof. Töpfer
Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), anläßlich des Schulwettbewerbs "Nordsee-Visionen" und der Tagung der Aktionskonferenz Nordsee am 10./11. November 2001
"Zu Recht nennt man die Erde auch den ?blauen Planeten?, und in der Tat: es sind die Ozeane, die Meere, die diesen Planeten prägen. Menschliche Existenz ist von den vielfältigen ökologischen Leistungen der Ozeane entscheidend abhängig. Die Menschheit muß daher allein zum Überleben diese großartigen Ökosysteme bewahren und ihre Stabilität sichern. Der große Philosoph Hans Jonas hat einmal darauf hingewiesen, dass der Mensch inzwischen den Ozeanen gefährlicher geworden ist, als es diese dem Menschen je waren. Es ist wirklich wahr: Wir dürfen die Ozeane nicht als Müllkippen aller möglichen Abfallstoffe mißbrauchen, wir dürfen die Fischbestände nicht mit hochsubventionierten Fischereiflotten überfischen und sie in ihrem Bestand ernsthaft gefährden. Wir müssen besonders die Küstenbereiche in ihrer vielfältigen Bedeutung für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus, aber vor allem auch für die einmalige Natur erhalten.
Die Nordsee bedarf ganz besonderer Sorgfalt. Sie ist umgeben von hochindustrialisierten und dichtbevölkerten Staaten. Sie ist bedeutende Wasserstraße und einmalige Natur mit ihren Watten und Dünen, mit Inseln und Flußmündungen. Ein jeder kann und sollte dazu beitragen, daß wir nicht auf Kosten dieser einmaligen Natur und damit auf Kosten kommender Generationen leben.?
Ablauf der Tagung:
Samstag, 10. November 2001
ab 10.00 Uhr Ankunft und Registrierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
11.00 Uhr Begrüßung
11.10 Uhr "Die Nordsee soll leben". Ein SchülerInnen-Beitrag
11.30 Uhr "Anspruch , Wirklichkeit und Perspektiven des Nordseeschutzes"
Ein einführender Beitrag / Peter Willers, Aktionskonferenz Nordsee
12.00 Uhr Beginn der Arbeitsgruppen
13.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Fortsetzung der Arbeitsgruppen
16.00 Uhr Kaffeepause
16.30 Uhr Fortsetzung der Arbeitsgruppen (mit Open End)
19.00 Uhr Abendessen im Restaurant "Globus"
Sonntag, 11. November 2001
9.30 Uhr Berichte aus den Arbeitsgruppen
11.00 Uhr Diskussion und Verabschiedung einer "Bremer Charta"
12.00 Uhr Vorstellung der Preisträger des Schulwettbewerbs durch die Jury
13.00 Uhr Abschluß und Pressekonferenz
Die Arbeitsgruppen
AG 1 Fischerei
Industriefischerei und das Fischen mit Baumkurren zerstören Fischbestände und Bodengemeinschaften der Nordsee. Die EU als verantwortliche Institution muss endlich Maßnahmen ergreifen, die das Vorsorgeprinzip nicht nur für Nutzfischarten, sondern für das gesamte Ökosystem praktisch zur Geltung bringt.
AG 2 Gefährliche Stoffe
Laut Beschluss der Umweltminister soll der Eintrag gefährlicher Stoffe in die Nordsee bis zum Jahre 2020 auf Null gebracht werden. Von diesem Ziel sind wir weit entfernt. Es gegen den massiven Widerstand der Industrie durchzusetzen erfordert starken politischen Druck.
AG 3 Offshoretätigkeiten und -planungen
Riesige Parks von Windkraftanlagen auf See sollen helfen, das Klimaschutzziel Deutschlands zu erreichen. Eine Strategie, die noch viele Fragen aufwirft. Die Nordsee als ein Wald von Stahl? Auch über 300 Öl- und Gasplattformen dokumentieren bereits, daß Nutzen vor Schutz geht.
AG 4 Radioaktivität
Die radioaktive Verseuchung des Meeres durch die Wiederaufarbeitungsanlagen von Sellafield und La Hague birgt ein gefährliches, weitgehend unbekanntes Risiko. Auch deutsche Energieunternehmen nutzen die WAA's weiterhin als fragwürdigen "Entsorgungsnachweis". Die Rolle dieser Anlagen als Lieferanten neuer Spaltstoffe und als Mülldeponie auf Zeit muss beendet werden.
AG 5 Nährstoffe
Landwirtschaft und Verkehr sind die Hauptverursacher eines unglaublich hohen Eintrags von Nährstoffen über Luft und Flüsse in die Nordsee. Ein Dauerproblem, dessen Lösung tief in unsere Wirtschaftsweise eingreift. Die konsequente Förderung des ökologischen Landbaus wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
AG 6 Küstenzonenmanagement
Der geplante Bau neuer Hafenanlagen in Hamburg, Cuxhaven, Bremerhaven und Wilhelmshaven wird die norddeutsche Küstenregion gravierend verändern. Ist dies auch aus wirtschaftlicher Sicht notwendig und vertretbar? Welche internationalen Maßnahmen sind zum Schutz des Wattenmeeres und der vorgelagerten Meereszonen erforderlich?
AG 7 Schifffahrt
Der normale Schiffsbetrieb und nicht nur spektakuläre Unfälle ist bereits ein weit unterschätzter Umweltfaktor. Es ist an der Zeit, auf See Umwelt- und Sicherheitsstandards einzuführen, die an Land inzwischen selbstverständlich sind.
Das Meer in die Schule holen
Nordsee und Wattenmeer sind Lebensgrundlage für eine Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten. Diesen Lebensraum zu schützen und zu erhalten ist eine unverzichtbare Aufgabe.
Dabei ist es besonders wichtig, junge Menschen für diesen Lebensraum zu begeistern
LerNS - die Lernwerkstatt Natur- und Sinneserziehung aus Bremerhaven zeigt in Zusammenarbeit mit Waltraud Menger, der Leiterin des Nationalparkhauses Dorum-Neufeld, wie das Meer in die Schule geholt werden kann.
Mit allen Sinnen lernen, spielerisch Zusammenhänge erkennen, selbst Untersuchungen durchführen die vielfältigen Möglichkeiten werden exemplarisch vorgestellt.
Der Workshop richtet sich an Menschen, die in Schule oder Jugendbildungsarbeit tätig sind und Lust auf handlungsorientierte Umwelterziehung haben.
Ergänzend werden die Bedingungen und Möglichkeiten eines Aufenthalts am Wattenmeer vorgestellt, denn nichts ist besser, als Natur vor Ort zu erleben.
Im Rahmen der Tagung findet parallel zu den Arbeitsgruppen am Samstag nachmittag ab 14.00 Uhr dieser Workshop statt.
Die Tagung wird unterstützt von:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), Federation Seas at Risk, Förderverein >>Rettet die Elbe<<, Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU), Naturfreunde Internationale, Robin Wood, Schutzstation Wattenmeer, Umweltstiftung WWF Deutschland,
Die Tagung wird gefördert durch:


Organisatorisches:
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Anmeldung hier!
Falls Sie eine Hotelreservierung oder eine Unterkunft im Jugendgästehaus wünschen, sind wir gern behilflich.
Am Tagungsort stehen auch Zimmer zur Verfügung (EZ DM 165,-, DZ DM 220,-)
Während der Tagung stehen Kaffee, Tee und kalte Getränke zur Verfügung. Am Samstagmittag wird eine Suppe gereicht. Am Samstagabend ist im Restaurant "Globus" in der Wiener Straße 5 (gegenüber dem Tagungsort) Gelegenheit zum Abendessen und zu Gesprächen.
Nach der Tagung besteht die Möglichkeit zum Besuch des "Univerum Science Center" zu ermäßigten Eintrittspreisen.
Sie erreichen den Tagungsort von der Innenstadt / Hauptbahnhof mit der Straßenbahnlinie 6 oder dem Bus 30S Richtung Universität, Haltestelle Universität NW 1, von dort 200 Meter Richtung "Universum" (ausgeschildert).
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